Mittwoch, 16. Mai 2018

Warum ich Brad Pitt bin

Ich sitze hier und schlürfe gerade meinen Kopfentspannungstee. Der ist lecker und macht mich glauben, ich bin entspannt. Nach was er schmeckt und warum er mich entspannt weiß ich nicht. Wahrscheinlich sind es die ausgewählten, handgezupften Kräuter aus einer entlegenen Bergregion die mit größter Sorgfalt getrocknet und dann in kleine Seidenbeutel gepackt wurden um mir das perfekte Teeerlebnis zu verschaffen. Noch wahrscheinlicher sind das einfach nur die Reste die in keinen anderen Tee mehr rein passen und sich in der Teehalle unter den Fließbändern ansammeln. Quasi die Leberwurst der Teebranche.
Ich sitze also hier und schlürfe meine Leberwurst als mir ein Gedanke kommt. Vorhin als ich mal kurz aufgestanden bin hat meine Ferse weh getan und noch mehr vorhin, könnte auch Gestern gewesen sein, habe ich noch ein Stück von dem Film Troja gesehen. Da geht es um so Sachen und Achilles, von Brad Pitt gespielt, dem auch irgendwann seine Ferse weh tut. Da musste ich nur eins und eins zusammen zählen und mir war klar, ich bin Brad Pitt. Sich wird es jetzt wieder einige Menschen geben die mit Argumenten kommen und beweisen wollen, dass das nicht so ist. Denen höre ich aber nicht zu. Ich bin nämlich Brad Pitt und habe das nicht nötig.

Anderes Thema, die Nasspappen von Fox wollten doch unlängst die Serie Brooklyn Nine Nine absetzen. Ist denn das zu glauben, ich hab das denen doch gar nicht gesagt. Was soll denn das? Macht hier jetzt jeder was er will? Werd ich überhaupt noch gefragt? Ich reg mich da ja nicht auf, ich hab das nicht nötig, ich bin nämlich Brad Pitt. Frech finde ich das trotzdem. Ist ja auch nicht die einzige Serie die sie aus dem Programm werfen. Die anderen fallen mir nur gerade nicht ein. Wie blöd das war, merkten die eventuell später als sich Netflix und andere Sender dann um Brooklyn Nine Nine kloppten und schon am nächsten Tag ein neuer Sender diese TV Perle zu sich geholt hat. Da muss man doch merken, dass man was nicht ganz durchdacht hat. Das werden vielleicht später noch. Im Gegenzug wollen die doch Last Man Standing aus dem Keller wieder hoch wühlen. Eine blöde Sitcom mit dem Tool Time Tim in der sich der Pfosten die ganze Zeit über Grüne, Linke und irgendwie alle lustig machen darf die nicht Trump gewählt haben.

Ich hab Fernsehen ja noch nie so richtig verstanden. Jeder kommt ja mal in das Alter wo er denkt, dass alles voll blöde ist und früher alles besser war. Beim genauen betrachten ändert sich das. Damals zum Anfang der Neunziger gab es eine Show die neben Rudi Carrell eine gelbe Hand zum Protagonisten hatte und uns beibringen sollte, dass wir jetzt eine fünfstellige Postleitzahl haben. Geguckt haben wir das natürlich trotzdem. He-Man hab ich auch noch gerne geguckt, sogar den neuen, den später dann keiner leiden konnte. Ich fand den super und hab sogar ein mal Sommerferien damit verbracht alle Folgen zu schauen. Warum gibt’s den eigentlich nicht bei Netflix. Ich muss da mal anrufen, die werden sicher auf mich hören, ich bin nämlich Brad Pitt.

Andres Thema, fällt mir gerade nicht ein. Es ist 19:31 Uhr und ich schlürfe schon wieder meine Leberwurst. Ich muss dazu sagen, dass zwischen den ersten Zeilen da oben und denen hier ein paar Tage vergangen sind. Hatte auch noch was anderes zu tun, ich bin nämlich sehr beschäftigt. Mit tätowieren lassen zu Beispiel. Die Heiligtümer des Todes sind jetzt in meinen Rücken gemalt und es hat fast nur ganz wenig nicht weh getan. Ich hab jedenfalls nicht geweint. Warum ich das genacht habe, kann sich jeder selber ausdenken, die beste Idee gewinnt eine gruselige Ente mit Schokodingsis. Und dann hab ich noch ganz viel anderes gemacht was voll toll war. Könnte ich jetzt sagen, aber das wäre gelogen. Lügen hab ich aber nicht nötig, ich bin nämlich Brad Pitt.

Eigentlich ist die Ente ganz lieb, aber sie blinzelt nie.

Montag, 14. Mai 2018

12 Points for Germany, Gratis Literatur für mich

Ich könnte hier erzählen, was ich am Männertag gemacht habe. Das würde aber nicht zum Titel passen und schon gar nicht zu mir. Der Männertag, obwohl das passende Genital vorhanden, ist mir egal. Sollen sie doch mit Durst und Fahrrad über die Lande streifen und sich benehmen wie nicht gescheit. Ich mache das nicht mit. Ich bleibe auf meiner Couch.

Statt dessen konzentrieren wir uns mal auf den Samstag. Der hat nämlich ganz andere Unternehmungen für mich parat und da sage ich natürlich nicht nein.

Früh:
Es ist gegen 6 und ich stehe auf. Dass es diese Uhrzeit am Wochenende überhaupt gibt ist für viele Menschen noch ein Geheimnis und warum man um diese Uhrzeit am Wochenende freiwillig das Bett verlassen muss ist auch nur schwer zu vermitteln. „Ich wollte Fotos machen.“ ist dabei sicher der Wahrheit entsprechend sorgt aber noch lange nicht für Antworten.
Ich erkläre es kurz: Um diese Uhrzeit ist die Sonne hier unten besonders schön zu sehen. Gerade auf Waldwegen wo es nur einzelne Sonnenstrahlen bis zum Boden schaffen gibt es sehr schöne Motive die es lohnt mit der Kamera fest zu halten. Für mich immer ein Grund das Bett hinter mir zu lassen.
Ich stehe als auf, mache mich fertig und gehe nach draußen um die schönen Sonnenstrahlen für die Nachwelt fest zu halten. Blöd nur wenn die Sonne noch hinter der Wolke wohnt und die Wolke ganz doll groß ist. Der Fachmann sagt dazu bedeckt und das bin ich dann auch. Ist natürlich nur eine Metapher, kann sich jeder selber aussuchen für was.

Immer noch früh:
Ein paar Fotos hab ich gemacht und jetzt geh ich erst mal einkaufen. Ab in den Laden der nicht ganz um die Ecke ist und immer ganz günstige Sachen hat die ich nur zur Hälfte brauche. Ich kaufe Was auf mein Brötchen und Chips. Die Chips werden später noch eine größere Rolle spielen. Mehr gibt es zum Einkauf nicht zu sagen. Das ist eben so. Der Leser kann sich jetzt sogar fragen, warum ich das Thema überhaupt angefangen habe und die Frage ist sogar berechtigt. Was soll der Scheiß du Vogel? Hast du zu viele Buchstaben oder was?

Vormittag:
Der H von G und sein Kind nehmen mich mit. Nicht irgendwo hin, nein es geht zur Comic Combo. Da ist Gratis Comic Tag und den verpasse ich ja nie.
Das Kind klingelt also bei mir und sagt Bescheid, dass es los geht. Ich geh noch mal Pipi machen und schon sind wir unterwegs. Das Kind erwähnt noch mal, dass wir zu den Comics fahren. Nur damit auch allen klar ist was hier läuft. Als wir ankommen, schon der erste Schock. Da stehen Menschen. Die stehen draußen und bilden eine Schlange. Die Schlange schlängelt sich bis zur Tür, macht dort eine Pause und geht dann oben weiter. Weil wir keine andere Wahl haben, machen wir mit bei der Schlange und blockieren erst mal eine Einfahrt. Damit nichts eskaliert sind auch Sturmtruppler da und lassen Fotos mit sich machen. Damit jeder weiß was er bestellen kann steht ein Robin neben der Schlange und verteilt noch mal die kleinen Heftchen die zeigen was es heute zu holen gibt. So ein Ding hatte ich schon vor einer ganzen Weile und meine Auswahl schon längst getroffen. Weil ich bin wie ich bin ist die natürlich weg und ich stehe vor der Tür mit dem Ding in der Hand und weiß nicht was ich will. Nur ein Comic hat sich bei mir eingebrannt. Das war eine Empfehlung von den Nerdzig Leuten, ich glaube die sind an allem Schuld.
Als ich dran bin weiß ich was ich will und nehme das auch. Eine Empfehlung gibts auch noch auf die Hand und noch mehr Comics von damals und eine Maske und eine Postkarte. Damit ist natürlich noch lange nicht gut. Bestellt hatte ich nämlich auch noch. Comics um genau zu sein. Die will ich auch gleich mitnehmen und werde erst mal enttäuscht. Die sind nur zum Teil da und ich nehme erst mal nur zum Teil was mit und noch was anderes. Als ich den Laden verlasse bin ich glücklich und freue mich auf spannende Leseabende unter meiner Decke.

Abend:
Klar der Zeitsprung ist jetzt schon ein bisschen krass. Ist aber auch nichts weiter passiert. Ich hab nur kurz Fußball gehört, auf dem Fernseher. Dann noch mal Sportschau geguckt und mir die Haare geschnitten.
Kurz vor gegen ca neun rum bin ich dann zu Familie S gegangen. Da gucken wir, wie schon in den letzten Jahren, den ESC und nehmen das nicht halb so ernst wie die Schöneberger. Hierbei kommen auch meine Chips zum Einsatz. Das sind ganz besondere. Eine Limited Edition. Holländische Majo mit Senfgeschmack oder so. So wie sich das anhört schmecken die auch. Kann jetzt jeder wieder seine eigenen Gedanken zu machen wie das zu verstehen ist.
Zuerst gibt es mal Smoothies. Nicht den Kram mit Grün und gesund. Hatte ich ja letztens gemacht. Feldsalat in den Mixer, Wasser hinterher und Knopf gedrückt. Das hat geschmeckt wie am Garten lecken. Ganz furchtbar. Da will ich auch gar keine Interpretation zulassen. Das war nix, also wirklich nix. Gib das deinem Kind und der oder die wird nie wieder was grünes essen und dich hassen, einfach weil du da bist.
Es gab also Smoothies, die waren aus Eis und Beeren glaub ich und voll lecker.
Im Fernsehen war es eher nicht so toll, da haben die öffentlich Rechtlichen noch das Vorprogramm zum eigentlichen Event gestaltet und mal wieder keine Ahnung gehabt was der Mensch auf meinem Platz eigentlich sehen will. Die Schöneberger in ihrem Moosgummikleid war da wie immer bemüht, aber nicht sehr witzig und warum die auch noch singen nachmachen musste, weiß ich wirklich nicht. Wenn schon Playback, dann wenigstens üben.
Der eigentliche Event hat dann noch schlimmer begonnen. Wo die Schöneberger noch mit ihrer eigen Sympathie glänzen kann, müssen die Damen am Austragungsort mit komisch gemalten Dekolletés auffallen und ganz furchtbar steif daher kommen.
Der Teil mit der Musik war mal wieder alles was der ESC so kann. Von ganz ganz schlimm bis eigentlich ok war so einiges dabei und ich frage mich immer wieder wie weit der Begriff cool so gedehnt werden kann.
Die Auswertung war natürlich wieder voll mit „War ja klar“ und „Das ist reine Politik“ oder auch „Das hätte ich nicht gedacht“. Und was soll ich sagen. Die dicke Björk hat gewonnen und ich habe da kein Verständnis für. Das Lied war ja nur schwer als solches zu erkennen und hatte so gar nichts was mich dazu bewegen könnte das noch mal zu hören. Österreich war schon besser. Nächstes Jahr werde ich da auch mal mit machen. Ich werde Tierstimmen nachmachen und Eimer ins Publikum werfen, den Song nenne ich dann Freedom for Everybody und hab das Ding schon so gut wie gewonnen.

Dienstag, 1. Mai 2018

Wir essen und essen und essen und dann retten wir die Welt



Zebra, Krokodil, Hai, Regenbogenfisch und Frosch ganz aus der Nähe. Was sich erst mal anhört wie ein Besuch im Zoo wird schon in der nächsten Zeile eine fiese Wendung nehmen und ist nichts für Vegetarier. Wir waren essen und die fünf Tiere vom Textanfang gab es dort gut gekühlt zum auf den Teller packen. Weil ich eben bin wie ich bin gehört eine gewisse Neugier dazu und damit alles auf den Teller was ich noch nicht im Mund hatte.

Los geht es mit vor dem Laden stehen und warten bis alle da sind. Weil wir schon groß sind, haben wir reserviert und müssen nur ein bisschen in einer Schlange stehen. An der Kasse gibt es kleine Tüten mit Skittles. Das braucht keinen Nebensatz, das ist einfach so toll.
Vom Eingang werden wir dann in die Hallen des Fressens geleitet. Da steht alles mögliche was der Mensch sich als Nahrung erdacht hat und wartet nur darauf von uns auf Teller gepackt zu werden damit wir es zu unseren Plätzen bringen und gierig in unsere Leiber schaufeln.

Ich könnte jetzt noch eine ganze Weile beschreiben wie man in einem Restaurant sitzt und isst. Das will ich aber nicht. Ich komme lieber gleich zum Punkt. Ich habe ganz viel gegessen und ich habe etwas gelernt. Wer Froschschenkel für eine Delikatesse hält der hat sie nicht mehr alle. Das schmeckt wie Hühnchen und macht nicht satt. Auch die anderen Exoten die ich eingangs erwähnte sind nicht auf meiner Liste von Tieren die man unbedingt in sich rein hauen muss. Ansonsten war es einfach der Hammer. Ich habe Sushi gegessen wie blöde, Morcheln und Seetangsalat, ein kleines Stück Kartoffel und noch mehr was ich nicht mehr weiß. Ganz nebenbei haben wir die Urkalorie entdeckt. Sie ist weiß und schmeckt wie der Kuss einer Buttercremetortenfrau oder eines Buttercremetortenman, ganz nach belieben. Das Ding ist auch ganz krass am Stoffwechsel vorbei ab an die Hüfte und will da nicht mehr weg.
Zum Schluss ist mein Hemd eingelaufen und mein Gürtel auch. Ob wir da noch mal hingehen ist natürlich keine Frage, nur werden wir diesmal mit einem Plan in die Schlacht ziehen.

Abends sind der P und ich noch ins Kino um den neuen Avengers zu gucken. Der ist der Hammer und sollte im Unterricht ab der siebten Klasse laufen, in welchem Fach ist mir egal. Müssten ohnehin mehrere sein, weil der Film ungefähr einen halben Tag geht und ich danach ganz dolle müde war. Warum ich mir während er Vorstellung noch zwei große Bountyriegel und ein Oreoeis rein drängeln konnte, wird man wohl erst in der Zukunft klären können.

Wer jetzt noch wissen will, wie weit ich mit meinem Buch bin und was ich sonst so erzähle wenn eine Kamera läuft, der kann sich noch das Video angucken.


Hier gibts noch ein paar Bilder mit neckischen Kommentaren von mir, aber erst das Video gucken.

Hier sehen wir Sushi, Algen und Morcheln.
Die Morcheln schmecken komisch.

Ein bisschen Nachtisch, die weiße Murmel ist ein Urkalorie.


 So sah unser Tisch aus. Furchtbar.

Meerestiere, die schlafen nur.



Sonntag, 8. April 2018

Wochenende Ein Stück in 3 Tagen

Akt 1 Freitag

Der Tag als solcher ist ja gar nicht mal so spannend. Ich gehe auf Arbeit und gehe dann wieder nach hause. Der Abend hingegen soll schon interessanter werden. Mit etwas Glück konnte ich mir noch eine Karte für Tocotronic ergattern und schon fühle ich mich 20 Jahre jünger.
Weil ich heute ein kleiner Kleckerfritze bin, muss ich erst mal meine Hose wechseln. Die ich anziehe gefällt mir nach fünfzehn Minuten nicht mehr. Die danach schon beim ersten Blick in den Spiegel. Als letzten Versuch schlüpfe ich in meine Jeans und bin zufrieden. Jeans gehen ja immer. Dazu hab ich auch gleich neue Schuh die super passen und später eine kleine Hölle werden. Dazu kommen wir aber noch. Jetzt erst mal ein Rückblick. Nach der Arbeit bin ich nämlich nicht gleich nach hause sondern noch mal kurz über den Markt. Da hab ich mir ein Eimerchen mit Tomaten und drei mal Fenchel gekauft. Was ich mit den Tomaten machen will weiß ich schon. Was aus dem Fenchel werden kann ist mir ein Geheimnis. Ich packe ihn erst mal zu seinen Lebensmittelfreunden in den Kühlschrank und hoffe auf deren Hilfe.

Die Vorfreude auf das Konzert wächst mit jeder viertel Stunde und ich hole mir ein Best of Album von Snow Patrol. Das ist natürlich nur ein Randinfo und hat mit der eigentlichen Geschichte nicht viel zu tun.

Es ist Abend und ich bekomme eine Nachricht. „Geht los“ die kommt von dem H von G. Der ist heute der Fahrer. Ich nehme die Nachricht ernst und gehe vor die Tür damit keiner auf mich warten muss. Ich gehe auf und ab, noch mal auf die Toilette, lese ein sehr dickes Buch und dann noch mal vor die Tür weil ich den Nachrichtenschreiber und zwei andere Personen die Treppen runter laufen höre. M und P sind auch noch mir dabei und wir sind eine lustige Vierer-Gruppe. P hat auch mein Ticket dabei und das ist nicht so ein hässliches Eventim-Ding sondern ein hübsches im Design des Albums und das passt ganz super in meine Sammlung.

Vor der Halle treffen wir noch den D und das finde ich gut. Gibt ja kaum einen Menschen der besser dazu geeignet ist vor einem Konzert getroffen zu werden. Wir haben uns ja eh schon lange nicht mehr gesehen und damit ist der Abend schon mal an einem vorläufigen Höhepunkt.

Die Vorband ist da und wirkt wie eine Mischung aus The Smith und einer Frau mit einem Galagher Bruder am Schlagzeug. Schlecht sind die nicht, hauen mich aber auch nicht aus den Socken.

Die Tocotronics kommen nach einer Weile mit guter Laune und großen Gesten um das zu machen was ich sehen will. Textbasierte Tanzmusik mit ganz viel Erinnerungen. Los geht’s mit Songs vom neuen Album und bevor ich jetzt in irgendwelche Details gehe kann ich sagen, dass die Jungs von allem etwas dabei haben und sogar Songs spielen von denen ich schon ganz vergessen hatte, wie sehr ich sie mochte. Höhepunkte sind der epische Progger das Geschenk, Kapitulation und This Boy is Tocotronic. Den spielen sie nur für mich. Das sage ich natürlich keinem sonst sind die anderen traurig.

Meine neuen Schuhe hatten ja auch noch ihre Rolle zu spielen. Während des ganzen Konzertes haben sie mir wieder ins Gedächtnis gerufen, dass man neue Schuhe erst mal einläuft. Das haben die natürlich nicht mir Worten versucht. Aua und Autsch waren die einzige Sprache die mein Schuhwerk zu sprechen vermochte. Fiese Dinger die. Zum Glück gab es noch den betrunkenen Tanztypen der sich ständig an mir rubbeln musste um seine Freude zu haben.

Irgendwann im Dunkeln bin ich wieder zu hause und liege auf meiner Couch. Mein Körper sendet mir schon mal klare Signale wie der nächste Morgen sich anfühlen soll und eins kann ich schon mal verraten, ich werde nicht enttäuscht.


Akt 2 Samstag

Ich wache auf und das erste was ich merke ist das Gefühl wenn dein Körper mit aller Gewalt in vier verschiedene Richtungen gehen will. Ich gucke erst mal ob ich Pferde sehe die an mir festgemacht sind. Da sind keine. Meine Erinnerung verrät mir, dass ich gestern auf einem Konzert war und der Wecker zeigt mir was mit einer fünf vorne dran. Ich bin enttäuscht und drehe mich noch mal um. Ganz kurz denke ich an den Fenchel in meinem Kühlschrank und schlafe ein.

Wann genau ich aufstehe weiß ich nicht mehr, es ist allerdings keine Uhrzeit für ein Wochenende.

Gestern hat mir noch eine Nachbarin von einem Krötentümpel erzählt an dem man gute Fotos machen kann. Weil ich nicht so viel zu tun haben will, mache ich mich auf den Weg zum Tümpel. Ich habe ca. 90 Minuten Zeit bis Besuch kommt und bin noch der Meinung, dass ich das locker schaffe.

Ich gehe also los und weiß erst mal wo lang. In den Wald. Davon gibt’s hier ne Menge und wenn ich sage ich weiß wohin, dann ist das eine sehr grobe Einschätzung und hat mit Details wenig zu tun. Es dauert nicht lange und ich bin da wo ich hin wollte um dann von da dort hin zu kommen wo ich sein will. Ich gehe also los, in eine Richtung die ich mal als da vorne beschreiben möchte und auch wenn ich kurz mal ein Stück zurück muss um ein anderes da vorne zu nehmen, bin ich doch guter Laune. Neben mir der Fluss, da geht man immer lang wenn man wo hin will und über mir die Sonne. Unterwegs treffe ich Hunde, Leute mit Fahrrädern, Leute in Kanus und Leute die alle wissen was sie hier machen. Das einzige was ich nicht treffe ist die Brücke die da sein soll wo es zu dem Tümpel geht an dem die Fotokröten wohnen sollen. Fluss ist genug da, daran kann es nicht liegen. Der schlängelt sich ständig neben mir her, liegt ruhig in seinem Flussbett und verhöhnt mich mit seiner nassen Existenz. „Hier kommst du nicht rüber.“ sagt er und grinst. Klar könnte ich umdrehen und den Weg nehmen den ich kenne, aber so bin ich nicht. Ich gehe weiter. Alleine gegen die Natur, Auge in Auge mit dem Biber und den Bäumen. Immer bereit die härtesten Prüfungen zu bestehen die ein stadtnaher Mischwald zu bieten hat.
Nach gefühlten Stunden komme ich an eine Brücke, gehe drüber und lasse den Fluss hinter. Die Brücke die ich gesucht habe, kommt auch bald. Um Fotos zu machen finde ich keine Zeit mehr, weil ich ja bald Besuch kriege. Der Rest ist Wald, ein fast leerer Akku und Snow Patrol.

Als mein Besuch kommt, bin ich noch ganz verlaufen und wir gucken erst mal das Phineas und Ferb Marvel Special. Dann geht’s los mit der X-Box. Island gegen Nordirland, wer zuerst so viele rote Karten hat, dass der Schiri das Spiel abbricht gewinnt. Es braucht fünf und ich hole mir die Trophäe. Weiter geht’s dann mit Football und Auto fahren. Weil mein Besuch so ein lustiges Tischlenkrad mit Gaspedal hat, kann ich ganz fundiert zu dem Entschluss kommen, niemals einen Führerschein machen zu wollen. Im Interesse aller Beteiligten. Zum Schluss gucken wir noch Rapunzel die Serie und ich bin immer wieder beeindruckt wie viel Geschichte man um eine Frisur bauen kann. Ich jedenfalls warte schon auf die nächste Staffel.

Der Rest des Abends wird hin und her geschaltet und dann ein Film über einen Skispringer geguckt. Das ist Wolverine mit bei und ich komme zu der Erkenntnis niemals Skispringer werden zu wollen.


Akt 3 Sonntag

Es ist viel zu früh für Sonntag und ich drehe mich noch mal um. Es ist nicht viel später und weil das Wetter es so mag, ziehe ich mir meine Laufklamotten an und sprinte los. Viel will ich nicht verraten nur das: Ich überlebe und von den Leuten in meinem Zimmer, bin ich der schnellste. Kurz überlege ich einen souveränen Staat zu gründen und mich zu den olympischen Spielen zu schicken. Dabei sein ist alles.

Wieder zu hause schlürfe ich einen Isodrink und setze mich auf die Couch. Da arbeite ich erst mal an meinem aktuellen Buch weiter und bin erst mal ganz zufrieden. Ich hab schon mehr als eine Idee wie es weiter und sogar zu Ende gehen könnte. Mit so einem Plan, macht das Schreiben auch wieder Sinn und ich schaffe gar nicht mal so wenig.

Beim Bäcker gibt’s zwei Brötchen mit Schokokrümeln und eins mit Walnuss. Das ist ein gesundes Frühstück und macht mich fit für den Tag. Der besteht dann aus einem Wechsel zwischen Computer, Fernseher und Küche. Ein bisschen was von allem ist auch was geschafft und ich kann Nachmittag ganz beruhigt mit dem D in den Wald gehen, wo wir den M treffen und uns zum Getränke trinken da hinsetzen wo frei ist. Dabei reden wir über alles was so los ist und was noch kommen könnte. Wir verplanen uns zum alle möglichen Dinge essen und überlegen, dass gerade nichts im Kino kommt. Zumindest nicht viel. Gemein hin nennt man so etwas dann einen schönen Abend und jetzt liege ich hier und suche die letzten Worte für meinen Blog. Dabei hab ich noch so viel zu tun. Da gibt es eine Ausstellung/Lesung die noch nach Texten ruft und ein neues Projekt von dem kaum jemand was weiß und ein YouTube Kanal und nicht zu letzt das Buch. Langweilig wird es auf jeden Fall nicht und ich bin schon mal gespannt was der Sommer alles macht.

Das Bild gehört zu Freitag.



Montag, 2. April 2018

Morgen ist heute schon gewesen

Es ist Ostermontag und über den Tag läuft drei mal Batman im Fernseher. Ein alter, ein neuerer und ein Trickfilm. Ich gucke Rapunzel die Serie. Da geht es gerade um das Pferd. Das Pferd ist eifersüchtig auf ein anderes Pferd. Das andere Pferd ist voll der Arsch und ich glaube das wird schon irgendwie gut ausgehen.

Noch vor Ostern hatte ich den Plan die freien Tage zu nutzen und etwas sinnvolles zu machen. Jetzt sitze ich hier und der Plan ist gescheitert. Die Couch hatte ihre ganze Macht entfaltet und mich in ihren Bann gezogen. Ich konnte mich nicht wehren.

Wie sich herausstellt ist das Arschlochpferd ein gesuchter Verbrecher und hat sich nur in den Palast eingeschmuggelt um was böses zu machen und alle zu töten oder so. Das fliegt natürlich irgendwann auf und jetzt gibt es eine wilde Verfolgungsjagd, die gipfelt natürlich in einem Kampf auf Leben und Tod zwischen den beiden Pferdchen und endet kindgerecht in einer Schlammpfütze.

Jetzt bin ich am überlegen was ich in den letzten Tagen noch alles gemacht habe, was es lohnt hier nieder zu schreiben. Ich könnte ja von meiner Ausstellung erzählen. Die ist am 13.04. und die Bilder sind schon da. Die muss ich nur noch in die Galerie bringen und dann hängen wir die auf und dann kommen Leute und hören bei der Lesung zu, die zur Ausstellung gehört und gucken sich die Bilder an und Musik wird auch noch gesungen und dann kaufen alle die Bilder und ich bin ein berühmter Künstler. Das weiß ich aber erst am 14.04. Ich werde dann Bescheid sagen.

Ein neuen Videoblog hab ich auch gemacht. Die werden immer ganz schön lang, ich überlege ob ich schneller reden sollte oder einfach weniger. Das Business ist echt hart.

Bei Rapunzel ist jetzt die Schwester der Königin zu Besuch und die wollen campen gehen und der eine muss lernen wie man sich benimmt und die Schwester ist voll doof und erzählt nur so peinliche Geschichten von früher. Die Schwester hat gerade Schimpfe bekommen. Ich denke trotzdem, dass die sich alle vertragen werden.

Ich werde mal gucken, wie ich meinem Tag noch ein Erlebnis abringen kann. Ich werde mir erst mal einen Tee machen und Rapunzel zu ende gucken. Das ist nicht sonderlich kreativ, aber immer noch besser als wieder ins Bett gehen.





Mittwoch, 21. März 2018

Buchmesse – 3 Tage, 3 Bücher und noch viel weiter Teil 3

Tag 3

Früh
Man kennt das ja. Der Schnee stöbert wie ein wilder durch die Welt und man selber möchte doch nur zum Konsum und sich Zimtdingsis zum Frühstück holen. Das wird nicht nur schwer durch den Schnee, es wird unmöglich weil die keine Zimtdingsis haben. Ich bin traurig und muss Käsebrötchen mitnehmen. Die sind beim essen ganz lecker und ich bin wieder kurz davor glücklich zu sein.
Wieder in Richtung Schnee geht es erst mal an der Nachbarstochter vorbei, die mir ihre schneeverklebten Handschuhe ins Gesicht drücken will. Panik in Gesicht und Stimme verhindern schlimmeres. Raus aus der Tür ist es dann auch wieder egal. Da kommt das weiße Zeugs von allen Seiten und schert sich nicht um Konventionen oder den öffentlichen Personennahverkehr.
Davon merkt man zuerst natürlich nichts. Die Bahn kommt und ich kann auch einsteigen. Die Bahn fährt los und alles ist gut. Die Bahn fährt weiter und macht so ruckelnde Bewegungen die mich stutzen lassen ob das gute Stück sein Ziel noch erreichen wird. Die Bahn macht noch eine ruckelnde Bewegung und ich habe die Antwort. Die Haltestelle schon in Sicht ist der Bewegungsdrang der Tram erloschen und ich steige ganz frech da aus wo der Bahnfahrer die Tür offen gelassen hat. Weit muss ich ja nicht mehr und als ich da bin gibt es ein Déjà-vu. Ich sehe eine Bahn stehen. Der Zugbegleiter schickt uns auf das gegenüberliegende Gleis und das Bild wiederholt sich. Alls was als Zug in die Richtung der Buchmesse will, hat mit dem bewegen aufgehört und ich muss mich neu orientieren. Am Hauptbahnhof geht’s dann wieder zur Straßenbahn und da bin ich nicht der einzige. Ungefähr fünf Millionen Menschen drängen sich an der Haltestelle und eine geduldige Frau mit Mikro erklärt im Minutentakt, man solle sich doch bitte verteilen. Die Bahn hält ja auch da hinten. Neben mit steht ein Mann der sich vom Gleis aus rein gedrängelt hat und plärrt nach seiner Frau, sie solle sich doch mit hier her stellen, weil hier doch Platz ist. Der Typ hat sie nicht alle.
Nach drei Bahnen kommt dann eine in die ich auch noch einsteigen kann und einen Sitzplatz gibt es auch für mich. Drei junge Menschen sitzen da und den freien Platz nehme einfach ich. In den nächsten zwanzig Minuten mache ich von meinem Recht Gebrauch und dränge ihnen eine Unterhaltung auf. Sie können ja nicht fliehen und weil wir alle zur Buchmesse wollen, sind wir auch eine Interessengemeinschaft und damit verbunden. Wenigstens vergeht die Zeit. Wir überlegen auch ein Kind, das zu einer Gruppe gehört, zu bestechen, damit es mal kurz „Ich glaub ich muss brechen.“ durch den Wagon ruft. Mal gucken wir sehr sich die Menschen um das Kinder herum noch von ihm weg komprimieren können.

Später
Ich bin pünktlich auf der Buchmesse um meinem vorher zurecht gelegten Plan umzusetzen. Die BiMaCo, eine befreundete Mangaconvention aus der alten Heimat hat heute eine Tombola im Angebot und die Preise können sich sehen lassen. Neben Postern, Blu Rays und noch mehr tollen Sachen gibt es auch ein Plüschdigimon. Das winkt immer zu mir rüber und will bei mir sein. Weil ich das auch will hole ich mir zehn Lose und was soll ich sagen. Ich besitze jetzt zwei Aufnäher, ein Poster und sieben streng limitierte Schlüsselanhänger.
In der Glashalle sind schon eine ganze Menge Cosplayer unterwegs und das finde ich gut. Ich kann Fotos machen und meine Visitenkarte an Menschen verteilen.
Durch Zufall treffe ich D und A wieder, wir wollten uns ohnehin treffen, doch hatten wir weder Zeit noch Platz ausgemacht. Dann eben so.
In den Messebuchhandlungen gibt es neben den neuesten Werken auch Bücher die es immer noch Wert sind gelesen zu werden. Der D hält mir eins von Neil Gaiman unter die Nase und weil ich den guten Neil mag, nehme ich das einfach mal mit. In der Abteilung Kinder- und Jugendbuch gibt es wieder die Bücher von so Katzenkriegern. Ich überlege mir den ersten Teil zuzulegen, lasse es aber dann doch. Die Neugier ist einfach nicht groß genug.
Der Rest des Tages folgt in Stichpunkten:

Ich gehe noch mehr Fotos machen. Viele Yoshis, Sonic und die Mario Brothers plus Prinzessin sind da. Dr. Who auch und ein paar von den Avengers. Dann hört mein Fachwissen auch langsam auf.

Ich lausche einem Vortrag über Polen und Syrien und esse mein Käsebrötchen.

Das Digimon ist weg und ich bin ein wenig traurig.

Ich überlege die neue Messe zu vergrößern, damit man nicht mehr so durch die Gegend gedrängelt wird.

Irgendwann finde ich mich auf meiner Couch wieder und bin ganz froh da zu sein. Mein Körper sagt er will nicht mehr und freut sich auf ganz viel Ruhe.

Das wäre mein Digimon gewesen.

Montag, 19. März 2018

Buchmesse 3 Tage, 3 Bücher und noch viel weiter Teil 2

Tag 2

Früh
Die Sonne die gestern noch auf den Planeten gestrahlt ist hat sich heute hinter einer Sammlung von Schneeflocken versteckt die Stück für Stück vom Himmel fällt und den Winter zurück bringt. Zum Frühstück gibt es heute Zimtdingsis aus dem Konsum. Morgenmagazin kommt auch wieder, nur ohne coole Autorentypen die ich auf der Buchmesse die zeit rauben könnte. Dafür kommt eine Nachricht von D der mit A auch zur Buchmesse kommt und damit sind wir zu dritt. Die Nachricht sagt mir, wann die Bahn bei lang kommt in der die beiden drinnen sitzen und damit haben wir einen Plan.
Sobald ich in der Bahn sitze, wird der Plan auch schon umgeworfen. Statt mit der Linie 1 zum Hauptbahnhof zu fahren, fahren wir mit der Linie 2 zum Leuschnerplatz. Von da geht es dann mit der S-Bahn zur Messe, mit Sitzplatz und schneller auch noch. Aufmerksame Leser werden merken, dass ich Gestern auch schon so zur Messe gefahren bin. Bei der Messe angekommen dürfen wir uns erst mal von der Konsistenz und der Temperatur der Schneeflocken überzeugen. Die sind wie Schneeflocken eben sein müssen. Klein, weiß, kalt und in der Überzahl. Zum Glück müssen wir nicht gegen die kämpfen sondern nur durch die durch laufen.


Später
Jacken abgeben ist ein sinnvolle Sache und wird auch gleich erledigt. Obwohl es ein zwei Termine gibt die D und A sich zurecht gelegt haben und auch ich noch ein Ziel vor Augen habe, gehören wir noch lange nicht zu den Leuten die wissen was sie tun. Weil shoppen gehen immer eine gute Idee ist, gehen wir erst mal zum Antiquariat. Da gibt’s alte Bücher die jemand nicht mehr wollte zu Preisen von denen ich keine Ahnung habe ob sie günstig sind oder eine Frechheit. Ich glaube beides stimmt. Der D gehört dann auch zu denen die wissen was sie da suchen, während ich mir erst mal ein Kriterium suchen muss, nach dem ich mich in die literarische Vielfalt stürze. Es dauert eine Weile, aber dann weiß ich was ich will. Ein kleines Buch soll es sein. Inhalt wird spontan entschieden. Ich sag es gleich, ich bin nicht fündig geworden.
Weil D noch in des Innere des Antiquariats will, gehen D und ich noch eine Runde durch die nähere Umgebung und treffen auch gleich eine ehemalige Arbeitskollegin von mir. Die arbeitet mittlerweile bei einem Verlag und verkündet nicht ohne Stolz, auch in einem der Bücher verewigt zu sein, die es hier zu bestaunen gibt. A, mit der ich noch weiter die Umgebung erkunde und kostenlose Postkarten jage, ist mit einem Gedicht in einer Literaturzeitschrift vertreten die es hier gibt und ich bin schon fast traurig, weil ich mit so etwas nicht angeben kann. Das stimmt so allerdings nicht. Durch die Freunde M und H von G die beide mit ihren Werken hier vertreten sind, bin ich in drei Büchern und einem Hörbuch als Fotograf/Grafiker vertreten und habe damit gewonnen. D ist in keiner Publikation erwähnt, das hab ich ihm aber schon gesagt.
Nur Minuten später, sind das Dreierteam D, A und ich wieder unterwegs zum nächsten Ziel. Der eben erwähnte H von G ist am Stand seines Verlages Anwesend und wartet auf Besuch. Gestern gab es Kaffee, heute ist Scotch das Getränk der Wahl. Darauf verzichte ich natürlich und fresse ihm lieber die Salzstangen weg. Als ich dann weiter will, muss ich D und A nur noch an einem Stand gleich in der Nähe abholen. Das hört sich natürlich nur so leicht an, wenn man nicht dabei war. Weil ich den Stand gleich in der Nähe nicht so schnell finden will irre ich erst mal eine Weile umher und dann noch eine Weile und noch eine Weile. Insgesamt bestimmt sieben bis zehn Minuten die ich planlos suchend in der Nähe umher laufe um die beiden dann, an dem Stand zu finden, an dem auch die Literaturzeitschrift wohnt, in der A ihr Gedicht veröffentlicht hat. Als wir dann noch den M finden schließt sich der Kreis.

So gegen Mittag, bestimmt
Weil wir eine Trennung auf Zeit für unausweichlich halten, gehe ich alleine durch die Hallen der Buchstaben, obwohl die Hallen ja mit Nummern benannt sind. Das mit den Buchstaben sage ich nur weil Buchmesse ist, wäre eine Hundemesse würde ich wohl sagen die Hallen der Vierbeiner oder so ähnlich.
Ich gehe als in die Mangahalle wo ich die Menschen der BiMaCo treffe, eine etwas kleinere Mangaconvention in Wolfen. Von denen schnappe ich mir Zwei und wir gehen ein wenig spazieren. Unterwegs kann ich meine ersten Bilder von Star Wars Menschen und anderen Phantasiewesen machen. Vor der großen Bühne kommen wir dann zum stehen und ich kann meinen Fehler von Gestern für heute korrigieren und etwas essen. Kalte Pizza ist immer noch der beste Powersnack. Auf der Bühne, steht gerade der Mensch der mich gestern mit Quizfragen zu kurzem Ruhm geführt hat und moderiert einen Comiczeichner der Wonderwoman auf ein weißes Blatt Papier zaubert. Danach können noch Fragen gestellt werden und das Publikum erweist sich als ziemlich schweigsam. Ich nutze meine Chance, drehe das Blatt mal rum und stelle jetzt die Fragen. N, eine von meinen zwei Begleitern fragt auch noch was, dann wieder ich und noch einer den ich nicht kenne. Da die Antworten nicht auf Richtigkeit geprüft werden, gibt es auch keine Preise zu gewinnen und wir geben uns mit den gewonnenen Informationen zufrieden.
Dann bin ich wieder alleine, weil meine kurzfristigen Begleiter sich um ihren Stand kümmern müssen. Die zeit nutze ich mit warten auf T, mit dem ich Fotos machen wollte und sowohl D und A als auch der M hatten versprochen sich hier irgendwann einzufinden. Die Zeit verbringe ich damit Menschen in ihren Cosplays zu fotografieren, Menschen zu treffen die ich schon eine Weile nicht mehr gesehen habe und eigentlich erst morgen sehen sollte und Taschentücher zu verschenken an Menschen die sich dieses japanische Getränk mit der Glaskugel gekauft und nicht mit der Kohlensäure gerechnet haben. Hätte ich auch nicht, zumal ich so eine Flasche heute schon geöffnet habe, und die war ohne Blubber.
Irgendwann kamen dann auch D und A und sonst keiner. Da sind wir weiter gegangen und haben uns noch an einem Glücksrad aufgehalten. Zwei mal drehen war gar nicht so billig und wohl deswegen konnte ich auch ohne Hauptgewinn ein Tüte voll mit Zeugs mit nehmen.

Nachmittag
Noch bei dem Glücksrad kamen ein paar Nachrichten von T, der sich entschuldigte und fragte ob ich doch noch Zeit habe um ein paar Fotos zu machen. Das hatte ich natürlich und seine Erklärung war ja auch verständlich, Mario Kart Turnier. Er hatte sich bis ganz weit nach vorne gespielt und zum Schluss noch Platz 3 oder 4 geholt. Auf jeden Fall ziemlich weit und auch wenn er zum Ende kein Glück mehr hatte und sein Gegner gleich drei rote Panzer hintereinander werfen konnte, kann er doch zufrieden sein. Die Fotos haben wir also noch gemacht und coole Mario Aufkleber hat er mir auch noch geschenkt.

Dann sind wir nach hause.

Na gut, so schnell ging es nicht. Nur die Reihenfolge ist mir nicht mehr ganz geläufig, deswegen noch ein paar Begebenheiten als Konvolut.

D kauft sich eine Überraschungstüte von Totoro. Wir sind nicht begeistert.

Ich kaufe mir eine Überraschungsbox mit japanischem Essen. Wir sind nicht begeistert.

In der Straßenbahn ist ein sehr lauter Teenager. Wir sind nicht begeistert.

Der Teenager hat Bücher gekauft. Ich bin verwirrt.

Es ist Abend und ich habe keine Ahnung was ich gucken soll. Zum lesen bin ich zu müde und für das Bett ist es noch zu früh. Nach zwei Tagen Buchmesse kann man eben nicht mehr jeden Mist gucken.

Das ist ein Bild mit ganz großen Stiften.