Dienstag, 31. Oktober 2017

Eine Welt vor dem Aus oder ich komm nicht mehr hinterher.

Was ich in den letzten Tagen gelernt habe:

1. Eine Packung Mozzarella die eine Woche auf dem Kühlschrank lag und fülliger ist als noch am Kauftag sollte nicht mehr geöffnet werden. Das mag man nicht. Das riecht nämlich wie alte Katze mit Senf und macht kurz die Augen schlecht. Das komisch Riechen bleibt dann auch eine Weile und geht nur unter Protest wieder weg.

2. Ich kann nicht kochen. Kann ich wirklich nicht. Ich kann was warm machen, umrühren und dann noch auf einen Teller tun. Aber so Mahlzeiten die aus mehreren Bestandteilen bestehen sind für mich einfach nicht drinnen. Schon der Versuch dieses blöde Hähnchendingsi Cordon Bleu in die Pfanne zu tun und fertig gebraten wieder raus zu holen endete in einem Krieg bei dem es keinen Sieger geben konnte. Als der Rauch sich verzogen hatte und das Kriegsgeheul verstummte saß ich mit schlechter Laune vor dem Fernseher und hatte einen panierten Haufen vor mir auf dem Teller der so gar nicht wie das Bild auf der Verpackung aussehen wollte.

3. Mir ist kalt und ich will den Winter nicht haben.

4. Eine Ausstellung über Musikinstrumente ist auch nur so interessant wie man es selber zulässt. War doch der Großteil der gezeigten Instrumente einander doch sehr ähnlich, dass man meinen müsste die Geige und ihre Vorfahren wäre in jedem Haushalt zu finden gewesen und wenn nicht die dann wenigstens ein Klavierdingsi. Das mag auf den ersten Blick eine Form der Langeweile sein, ist es aber nicht. Die Details sind Entscheidend. Ein Instrument mit dem Namen „Pommer“ lässt schon zu Beginn eine kleine und auch schlechte Sinfonie der Wortwitze erschallen. Von „Pommerranzen“ als Tragetasche für das Instrument bis „Pommer Rot Weiß“ ist alles dabei. Weiter geht es am DJ-Pult. Kleine Bildschirmchen die einem Musikbeispiele bieten um den verschiedenen Instrumenten lauschen zu können. Macht auch Spaß, bis man ein Instrument findet, dass sogar dazu einlädt selbiges zu bespielen. Ein Vorfahre des Klaviers, entlockt mir kurz ein paar virtuose Klänge und lässt uns den Begriff Musik neu definieren. Zum Schluss sehen wir noch zwei elektrische Gitarren.

5. Wer in die Zukunft sehen will der muss in Kinderaugen schauen. Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit. Wer die Zukunft sehen will muss das angucken wo die Kinderaugen hin glotzen. Das kindliche Sehorgan ist ja nun nicht sehr wählerisch und eigentlich immer auf die Stelle gerichtet wo der Fernseher steht. Doch da gibt es vieles zu entdecken. Aus Gründen die ich hier mal Recherche nenne, läuft in der eckigen Zauberkiste gerne mal der ein oder andere Spartensender der sich auf die Bedürfnisse der Vor bis gerade so pubertären Bevölkerungsschicht eingestellt hat. Nick und Disney Channel haben dabei anders als Kika eher einen Bildungsauftrag der sich an die Konsumgewohnheiten der lieben Kleinen richtet und den eigentlichen Charakter der Bildung da liegen lässt wo keine Sonne scheint. Besonders gut lässt sich das in den gefühlt alle zwei Minuten eingeschobenen Werbeblöcken ablesen die uns nahe bringen was gerade ganz wichtig für den Nachwuchs ist. Und siehe da, ich glaub ich dreh durch. Neben strunzlangweiligen Perlenbastelsets die dem Kind mittels markenorientierter Vorlage jegliche eigene Kreativität vergessen lassen und Puppen die sich ganz viel um ihre Haare kümmern gibt es Roboter. Bitte nicht missverstehen, ich mag Roboter. Wenn sie groß sind und gefährlich und zum Ende hin noch Gefühle zeigen. Was hier angeboten wird sind allerdings primitive kleine Maschinen die dem Nahwuchs schon im Krabbelalter den letzten Nerv rauben soll. Blinkende, rollende und lärmende Plastikmonstrositäten die dem Kind beim Krabbeln lernen helfen sollen oder sogar beim wirren durch die Bude laufen. Manche von denen können angeblichen tanzen und machen dann Dinge die so aussehen als bräuchten sie Hilfe. Ihnen hilft aber keiner, weil das keiner will. Pädagogisch wertvoll ist dieses Spielzeug nur in dem Fall, dass Maschinen unsere Welt beherrschen und den Kindern schon mal der nötige Gehorsam vor den elektrisch betriebenen Herrschern beigebracht wird. Alles andere macht doch keinen Sinn.


Cooles Spielzeug und pädagogisch wertvoll wie Sau.

Donnerstag, 21. September 2017

Ein Geburtstagstext Teil 2

Bevor ich hier weiter meine historischen Fakten unter das Volk bringe, muss ich noch was ganz wichtiges los werden. Ich habe heute Kiwibeeren gegessen. Kiwibeeren sind keine neuseeländischen Pelztiere sondern kleine Früchte die erst mal so aussehen wie kleine grüne Dinger mit bisschen rot. Auf den zweiten Blick sehen sie ein bisschen aus wie Stachelbeeren und damit nicht genug. Sie schmecken auch ein wenig wie Stachelbeeren, wie schlecht gelaunte Stachelbeeren die schlecht gelaunt sind weil sie gerne Kiwis wären. Von innen sehen sie zumindest aus wie Kiwis, was zumindest eine Zeile mehr in diesem Text bringt. Keine Ahnung ob die gesund sind, ein Zufall der Natur oder einfach nur ein Beweis dafür, dass wir uns einfach alles in den Mund stecken so lange es beim Lidl in der Gemüsetheke liegt. Ich für meinen Teil werde jedenfalls ein paar davon aufschneiden und allen erzählen, dass mein Schrumpfstrahl und fragen ob sie meine Kinder gesehen haben.

So, weiter im Text. Es war also erst mal Eiszeit und weil Eiszeit auch immer kalt bedeutet passiert da auch nicht viel. Ab und zu kommen mal die Nachbarn vorbei und man sitzt vor dem Kamin und tratscht über die neue Mammutfamilie die gerade in die Straße gezogen ist. Die scheinen ja ganz nett zu sein und man könnte ja mal vorbei gehen und beim kämmen helfen oder so. Das macht man dann doch nicht und irgendwann ist dann eine Grillparty und man lernt sich dann doch kennen und die Mammuts sind dann auch ganz sympathisch. Es ist aber immer noch Eiszeit und da ist eine Grillparty eigentlich ne ganz blöde Idee und alle gehen bei Zeiten und naja man kennt das ja.

Nach der Eiszeit geht’s dann auch gleich weiter mit dem Leben. Da ist viel Stimmung in Flora und Fauna und irgendwie paart sich dann auch alles mit allem und was dabei raus kommt sieht man ja jetzt. Mein Favorit damals war noch das Riesenfaultier. Ein riesiges Viech mit Fell und Zähnen und eigentlich der richtige Kandidat um eine Zivilisation aus dem Boden zu stampfen. Was dann passiert ist irgendwo zwischen großer Plan, Zufall und Pecj gehabt anzusiedeln. Der Mensch erscheint auf der Bildfläche.

Sicher der Homo Sapiens war noch nicht von Beginn an der hilflose Kleiderständer mit USB-Anschluss der uns jetzt so oft in der Fußgängerzone entgegen kommt. Es gab Zeiten da hat der Mensch sich vom Mammut ernährt und im Baum gewohnt. Die Jagd war kein nutzloses Hobby mit Ekelselfie als Trophäe und RTL hat auch keiner geguckt. Was sich die Evolution dabei gedacht hat ist alleine ihr Geheimnis. Zuerst ging es raus aus dem Wald und ab in die Comforthöhle mit Strohecke und Einbaufeuerstelle. Weil das noch nicht reichte, hat sich Mensch dann mal richtig ins Zeug gelegt und angefangen nachzuhelfen. Nach der ,Höhle kam die Hütte, Atomkraftwerke, Viehzucht, Politik, Fruchtgummi, elektrisches Licht, Internet und die Simpsons. Die gelbe Familie die uns immer wieder gezeigt hat wie blöd Mensch sein kann, nur damit wir es irgendwann nach machen.

Am Ende sind wir damit natürlich noch nicht. Der Mensch hat noch eine ganze Menge Potenzial in beide Richtungen und wenn es läuft wie ich will, werden wir bald alle so leben als wären wir eine Serie vom Disney Channel. Ich bin dann Phineas und Ferb. Wenn es nicht so läuft wie ich es will sind wir alle verloren und dem Untergang geweiht. Also überlegt euch schon mal was ihr besser findet und denkt mal darüber nach ob ich nicht ein guter Anführer wäre. Für alle natürlich. Dann gibt’s mehr subventioniertes Speiseeis und Kiwibeeren als Medizin für die unartigen Kinder.

Ich werde jetzt einfach mal im Internet gucken wie man so eine Petition für die Weltherrschaft anfängt. Bin ja auch nicht mehr der Jüngste.

Das sah damals so aus, sieht man ja auf dem Foto.

Mittwoch, 20. September 2017

Ein Geburtstagstext Teil 1

Am Anfang war das Nichts und das war nicht so dolle. Nichts ist ja nicht nur nicht viel, es ist sogar sehr wenig und noch weniger. Das Fernsehprogramm ist langweilig weil nicht da, das Bücherregal ist auch leer und alle Gespräche gehen schon nach Minuten in peinliches Schweigen über weil man sich nicht mal über das Wetter unterhalten kann. Gibt ja keins.

Das war natürlich kein Zustand und das wollte auch geändert werden. Was dann kam ist in den meisten Teilen der Welt auf dem Lehrplan und auch ne ganz schön coole Sache. Der Urknall. Ich kann gleich sagen, der war jetzt nicht so laut wie sich das im ersten Moment anhört. Der war eher so ein Ding für die Augen. Schön bunt und ehe man was sagen konnte auch überall. Was ich nicht so toll fand, war die Tatsache, dass mir da keiner mal vorher Bescheid gesagt hat. Ich stand da so da in Shorts und T-Shirt mit Schlappen an, weil ich ja nichts weiter vor hatte und auf einmal entsteht da alles vor deinen Augen und du guckst blöd aus der Wäsche. Natürlich war ich da sauer. Wie sieht das denn auch aus, mal ehrlich. Gehst ja auch nicht in Badelatschen zum Geburtstag oder so.

Wie dem auch sei, das Universum war da und ich mittendrinne. Von einem Kulturschock will ich da mal nicht reden, gab es ja beides noch nicht. Weder die Kultur noch den Schock. Trotzdem hat einen diese neue Situation ganz schön gefordert. Überall gab es was zu gucken. Alles was es zu sehen gab war ja neu. Jede Form ein Erlebnis und ein gewaltiger Lernprozess. Am Anfang haben wir allem was wir gesehen haben noch Namen gegeben, es hat schon ein paar hunderttausend Jahre gedauert bis uns klar wurde, dass das nicht so viel Sinn machte. Ab dann gab es nur noch runde Dinge, nicht so runde Dinge und Klumpen. Klumpen gab es am meisten. Irgendeiner wollte noch runde Klumpen einführen, der musste gehen.

Wenn so ein Universum entsteht ist das erst mal ganz spannend. Da passiert viel neues und es gibt auch eine Menge zu gucken. Mit der Zeit wird aber auch so ein Universum etwas eintönig und bis zur Entstehung der Erde war es ja noch eine Weile. Um mir die Zeit zu vertreiben hab ich dann einen Töpferkurs besucht und sehr viel Tennis gespielt. Einige werden an dieser Stelle stutzig werden und sich fragen: „Wie kann man denn zu der Zeit schon einen Töpferkurs besucht haben. Es gab doch noch gar keine Autos oder Busse?“ Und ja das stimmt. Es waren wirklich andere Zeiten und wir sind eben sehr viel zu Fuß gegangen oder mit dem Fahrrad gefahren. Weil es keine Autos oder Busse gab, war das auch kein Problem. Die Straßen waren leer und man brauchte sich auch keine Gedanken wegen den Ampeln zu machen, es kam ja doch kein Auto.

Als dann die Erde erschaffen wurde, haben sich die Zeiten natürlich rasant geändert. Guck mal Lava hier, guck mal Wasser da, guck mal Sauerstoff. Das war schon geil und da war für auch jeden was dabei. Bis dann die Tiere kamen. Zuerst gab es ja so Einzeller und Amöben und so Kram. Die waren einfach da und man konnte mal gucken was die so machen. War nix weiter. Dann wurden die größer und evolutionierten voll ab und machten dann einfach was sie wollten. Die haben sich erst mal Gliedmaßen wachsen lassen und haben sich auch so Zähne und Laser angeschafft. Dann sind die noch an Land gekommen und sind auch immer durch die Blumen gelatscht und haben überall nur Unsinn gemacht. Die sind nie pünktlich ins Bett, haben immer nur gerauft und sich gegenseitig gegessen. Das ging mal gar nicht. Mit den konntest du auch nicht reden. Haste mal was gesagt waren die gleich eingeschnappt und haben nur noch rumgebrüllt. „Ich bin der T-Rex ich bin einer der größten an Land lebenden Fleischfresser aller Zeiten und ich darf nie was, immer nur der Brontosaurus und überhaupt wenn ich ein Tattoo haben will dann ist das eben so die anderen haben auch eins.“ So ging das dann Tag ein Tag aus und wurde einfach nervig. Wir kannten damals weder Alkohol noch Wellnessurlaub und die Familientherapeuten hatten echt gar nix drauf. Ich will ja nicht sagen, dass ich das mit dem Asteroiden und der Eiszeit gut finde, aber so richtig böse war ich deswegen auch nicht.
Wie es nach der Eiszeit weiter geht passt hier jetzt nicht mehr hin und kommt dann im zweiten Teil.


Schematische Darstellung des Urknalls.

Sonntag, 20. August 2017

Sonntag und das Ende liegt schon hinter mir aka. Bett fetzt

Die Sonne macht das was sie schon seit einer ganzen Weile macht. Sie ist nicht da. Ich auch nicht. Zumindest nicht so wie ich es gerne hätte. Meine Seele ist gefangen in einer Welt von Dunkelheit in der Dämonen mich quälen und mir den Atem rauben oder an den Zehen nuckeln. Anders gesagt, ich fühle mich wie altes nasses Toastbrot. So Toastbrot das eine Weile auf einer Wiese lag. Irgendwann ist mal ein Hund gekommen, hat daran geschnüffelt und ist weiter gegangen.

Natürlich stehe ich irgendwann auf um meiner Pflicht nachzukommen. Auf der Couch liegen und Dr. House gucken. Dann X-Box spielen und später noch den Power Rangers Film gucken. Alle super muss ich sagen. Zwischendrin bestelle ich mir auch noch eine Pizza und fühle mich wie nasses Toastbrot mit Pizza drinnen. Auch nicht schön.

Das war dann irgendwann der Sonntag und die Woche geht einfach so los. Mit Montag nämlich und einem neuen Bett. Doch bevor das neue Bett ein neues Bett ist muss noch viel passieren und das nicht von alleine.

Es geht schon los mit dem Anliefern.

„Können wir Vormittag kommen?“ Fragte der Mann am Telefon am Sonntag und ich sage nein weil ich Vormittag immer mit auf Arbeit sein beschäftigt bin.

„Können wir Vormittag kommen?“ Fragt ein anderer Mann am Telefon Montag kurz vor dem wach werden. Ich versuche kurz mein Verständnis von Nein zu erläutern und wir einigen uns auf so dolle Vormittag, dass man da schon früh zu sagt.

„Wollten die nicht kommen?“ Frage ich mich um die Zeit die wir ausgemacht haben und mache mich auf den Weg zur Arbeit.

Was jetzt kommt ist Routine und ich springe zu dem Moment wo es mit dem Bett weiter geht, selbst wenn es als solches noch nicht zu erkennen ist. Den LKW verlässt es nämlich noch als Bastelsatz und verteilt in viele Kisten. Das ist so ungewöhnlich nicht, fordert mich aber jedes mal aufs neue. Ich fange einfach mal an und entblöße die einzelnen Komponenten meines neuen Schlafgerätes. Schrauben, Bretter und noch mehr Schrauben, liegen neben einem Plan der als solcher seinen Zweck verfehlt und mich im ersten Moment verwirrt alleine lässt. Gute Worte und das Wissen irgendwann wieder schlafen zu wollen, mache ich mich doch ans Werk und schraube einfach Dinge auf Holz und mache dann was zusammen und stelle dass dann hin. Was zwei unbegabte Zehnjährige in wohl fünf Minuten gebaut hätten und in ihren Augen nur ein Schritt zum Ganzen darstellt, kostet mich eine halbe Stunde und weckt in mir den Wunsch weg zu gehen. Was ich da gemacht habe sieht ja aus wie das was der Plan mir zeigt, es macht nur einfach keinen Sinn.
Ohne weiter darüber nach zu denken treibe ich mein Treiben weiter. Von Erfolg ist das freilich nicht gekrönt und ich kann von Glück reden, dass alsbald mehrere (zwei in der Zahl) Kumpane sich zu mir gesellen und Unterstützung anbieten. Die nehme ich auch gerne an und ohne ins Detail gehen zu wollen. Bis kurz vor dem Finalen Schritt dachte ich, wir montieren eine Raumstation oder ähnliches. Sei es höhere Physik oder Formen der Magie die hier zum Tragen kommen, verstehen tu ich meine neue Schlafunterlage nicht bis ins Detail und habe es auch aufgegeben das zu versuchen. Wichtig ist nur, das Bett steht und nach dem Zusammenbau eines Bettes ist es genau das was man dann braucht.

Wer jetzt denkt, die Geschichte findet hier ihre Ende der täuscht sich gewaltig zumal hier auch noch viele Buchstaben stehen und damit keiner wirklich denken sollte, dass hier schon zu ende ist.
Denn ein Bett ist ja nur so viel Bett wie man es zu lässt. Keine Ahnung was der Satz jetzt sollte, eine Überleitung zu finden ist eben auch mal eine Sache der Überzeugung.

Bettlaken nämlich. Da ich mich bei meinem neuen Bett für einen Einsitzer mit mehr Fläche entschieden habe, sind meine alten Bettlaken mit einem Ruck unpassend und damit nicht mehr tragbar. Wenn man jetzt mal so sagt, dass die Matratze das Laken quasi trägt wie ein Kleid oder Strumpfware. Das ist natürlich auch kein Problem und ich kaufe mir ein neues Laken und entsorge die alten. Und dabei kommen mir Gedanken. Was hätten sie wohl zu sagen diese Zeugen der einsamen Nächte mit Internet und Gebäck vom Disounter. Diese Unterlagen der Traurigkeit die stummen Zeugen von Mondlicht und Einsamkeit. Was würden sie zu erzählen wissen.
Ich denke ja sie würden nicht viel reden. Ich glaube eher sie würden in der Ecke sitzen und mit einer ganze hohen Stimme Freiheit von Westernhagen singen.
Wer sich jetzt einen Chor aus Bettwäsche vorstellen will, kann das gerne machen. Ich werde schlafen und davon träumen mir noch ein zweites Laken zu kaufen.

Ein Blick in meine Gefühlswelt beim Bett bauen.

Sonntag, 30. Juli 2017

Ein Tag ohne Kartoffel

Es ist Samstag, für Samstag auch noch recht früh und ich weiß nicht so recht was ich mit mir machen soll. Ich könnte noch eine Weile liegen bleiben. Mach ich aber nicht. Sollte ich mir Sorgen um mich machen? Kann schon sein. Wenn man, so wie ich, am Freitag Abend zu Ikea geht und nichts kauft, ist man entweder ganz nah dran am Sinn des Lebens oder völlig fertig.

Zuerst schnappe ich mir meine Kamera und latsche motivierte aber ziellos durch den Wald. Ich würde mich schon darüber freuen mal einen Bären, einen Drachen oder wenigstens einen Magier zu treffen, doch das will sich einfach nicht ergeben. Jogger und Leute mit Hunden gibt es hier wie Sand am Meer. Die laufen einem ständig über den Weg und machen sonst nichts weiter. Wenn die wenigstens mal Feuer spucken könnten. Die Welt scheitert an meinen Ansprüchen.

Später am Tag, es ist immer noch mehr früh als was anderes, besuche ich das Lidl. Essen kaufen, nur die wichtigsten Sachen, versteht sich. Kekse, Obst, Kekse, Geschnetzeltes, Keksmischung und Waffeln. Noch wichtig sind Deo und Hustelinchin. Schon an der Kasse muss ich auch husten und rechtfertige damit den Kauf der Hustenbonbons an Ort und Stelle. Ob das Deo genauso berechtigt mit mir kommt, kann ich nicht riechen. Ernährungsberater werde ich trotzdem nicht mehr. Zu Hause räume ich alles weg und muss überlegen wo die Hustelinchin hin sollen. Da wo die Dinger sonst liegen, liegt noch eine Packung und ich komme mir schon bisschen doof vor.

Zum Mittag gibt es eigentlich Spaghetti Bolognese. Das wird nur nicht so wie es heißt. Aus dekorativen Gründen verwahre ich meine Spaghetti in einem hübschen Glas und bin damit auf meine Instinkte angewiesen um die richtige Menge aus dem Glas zu holen. Nudelbezogene Instinkte besitze ich nicht. Daher wird es zum Schluss eher eine sehr gehaltvolle Tomatensuppe mit bisschen Nudel drinnen. Ich bin zufrieden mit mir. Ich denke ja, dass zukünftige Generationen meinen Genius am Herd zu schätzen wissen und mir ein Denkmal errichten werden. Ein gigantisches Nudelbild oder so.

Nach dem Mittag geht’s mit dem P in die Stadt. Ich brauche eine Hose, mal wieder. Hosen hab ich ja prinzipiell genug, nur sind die meisten in den hellen Farben und passen damit nicht zu hellen Schuhen. Ich bin also gefragt und muss handeln. Weil ich mit meinen Kenntnissen der lokalen Modehäuser und Boutiquen doch eher weniger gut bestückt bin, gehen wir zu H und M. Als hätte ich es gewusst, haben die auch Hosen. Mit in die Kabine kommt ein Beinkleid in der Farbe die ich suche und zwei Größen. Eine Größe bleibt da und ein Stück Selbstwertgefühl auch. Ich denke ja die machen die absichtlich bisschen kleiner um die Leute in unnötige Diäten zu treiben.
Weil eine Hose nicht reicht, waren wir vorher noch bei Xenos. Da kaufe ich mir eine Sammlung von scharfen Gewürzen, weil sie sehr günstig ist. Bei Müller gibt’s dann noch die ersten drei X-Men Filme und eine CD und noch zwei Filme. Einer ist mit Bill Murray und damit auch über jeden Zweifel erhaben. Die X-Men Filme gucke ich gerade. So nervig animierte DVD Menüs hatte ich schon lange nicht mehr. Ich denke ich werde mich mal mit einer Karriere als Mutanten Team Typ beschäftigen. Da erlebt man immer was und wenn ich nett frage, kriege ich bestimmt auch einen Anzug aus gelbem Latex.

Den Abend verbringe ich mit meinen Spaghetti und dem Warten auf den Anpfiff beim Spiel Deutschland gegen Dänemark der Fußball EM der Frauen. Der Regen macht da nämlich alles nass und wenn nass kein Spiel. Weil noch die Meinung umhergeistert, dass das Spiel statt findet, warten alle und ich eben auch. Diese Meinung hält aber auch nur bis zum Schluss und das Spiel wird auf den nächsten Tag verlegt. Lohnt sich aber nicht außer man ist Dänemarker. Zum Ergebnis will ich natürlich nichts verraten.

So sah meins nicht aus.

Sonntag, 16. Juli 2017

Pokemon, Duschmatte, Porridge und eine Kochsendung

Sein Name ist Bob und Bob ist ein Bauz. Ein Bauz ist ein Pokemon, dass aussieht wie eine eiförmige Eule mit Schnabelnase. Putzig und flauschig eben, so wie die meisten Pokemon wenn sie noch kleine sind. Die meisten werden es schon erraten haben, ich bin jetzt Pokemontrainer. Ich bin da auf einer Insel unterwegs, wo alle ganz toll mit den Pokemon zusammen leben und sie zum dank dafür gegeneinander kämpfen lassen. Ein fragwürdiges Konzept, dass sich allerdings bewährt hat. Ich selber habe schon ein paar dieser possierlichen Viecher in meinem Freundeskreis. Neben Bob, schleppe ich noch Karl, Knuffel, Bertl, Morty und Rüsseltier mit mir herum und warte auf andere Trainer die sich mit mir messen wollen oder verhaue wilde Pokemon die mich angreifen. Die werden dann mit einer Niederlage oder einfach nur Gefangenschaft bestraft. Ein großer Spaß für alle.

Weil ich nicht den ganzen Tag auf der Inselgruppe verbringen kann auf der ich gerade wohne, muss ich mich auch ab und zu mal im realen Leben blicken lassen. Das hat natürlich Gründe. Meine Duschmatte, wurde langsam pampig und sah sich so gar nicht mehr ähnlich. Was mal ein flauschiger Teppich war, ist nun ein sumpfiges Ding mit mieser Laune und schlammiger Konsistenz. Bin ich also los zu Poco und ein neues Badflauschi holen. Ging auch ganz schnell und die neue Matte liegt jetzt vor der Wanne und wartet auf Schimmelbildung. Was kein Unterricht für Pilzkulturen sein soll.

Weil ich mich nicht nur um mein Bad und seine Bedürfnisse kümmern kann, geh ich auch ab und zu zum Lebensmittelhandel um mich mit wohlschmeckenden und nahrhaften Speisen einzudecken. Da gehe ich gerne mal ins Angebot (ja der Laden heißt „Im Angebot“) und schaue was die tolles haben. Da gibt’s immer mal neues zu entdecken und die ein oder andere Überraschung wartet da im Regal. Wie es der Zufall will, gab es diesmal Porridge. Porridge kenne ich nur von weitem und weil mein Hunger nach Wissen nie zu stillen ist nehme ich einfach zwei Becherchen davon mit nach hause und lasse sie im Kühlschrank wohnen. Natürlich nicht für lange, nur bis ich Lust habe mir und meinem Magen mal eine neue Erfahrung zu gönnen. Dass das nicht lange dauern kann, war ja klar und schon am Nachmittag sitze ich vor dem Fernseher und stecke meinen Löffel in diese Pampe die nichts weiter sein will als Haferkram als Pampe. Schmecken tut es dann auch wie pampiger Haferkram und ich glaube der zweite Becher darf doch eine Weile länger hier wohnen.

Zum Essen, gehört natürlich auch Kochen. Weil ich das so oft nicht mache und schon gar nicht in einer Form die ich oder jemand anders als unterhaltsam bezeichnen würden, mache ich das auch nicht im Fernsehen. Das machen andere und eigentlich sind die mir schon so weit egal, dass ich das nicht gucke. Jetzt saß ich davor dem TV und schalte so durch und da kommt das mit dem Kochen und ich schalte irgendwie nicht weiter und muss sogar mal lachen und nie kam ich mir älter vor als in diesem Moment. Ist das schon das Ende? Ist die Kochsendung das letzte Zeichen? Kommt dann das Licht? Keine Ahnung.

Damit mein Leben nicht ganz so alleine ist, kommt dann noch der G vorbei. Den hole ich wo ab, dann gehen wir einen Wok kaufen und er ist gemein. Kochen tun wir auch noch und später kommt der P. Die beide trinken dann Bier und finden Modern Family nicht lustig. Ich kenne beide jetzt nicht mehr. Macht einfach keinen Sinn.

Bob und Ich.

Dienstag, 4. Juli 2017

Baseball, Comics und Essen von aus der ganzen Welt Teil 2

Nur zur Information, ich komme gerade vom Sport und hab sogar geschwitzt. Zwischen der körperlichen Aktivität und den geistigen Ergüssen die hier über die Tastatur plätschern, liegt nur eine Folge Bares für Rares. Ich möchte dafür jetzt keinen Applaus, aber ein Feiertag zu meinen Ehren wäre schon nicht schlecht. Ist jetzt kein Muss, ich wollte es nur gesagt haben.

Baseball hatten wir ja schon also kommt jetzt das mit den Comics. Die gab es nämlich wieder weil Panini Geburtstag hatte und die machen nun mal ganz viele Comics und so wie der Metzger zu einem Ehrentag mit Hack um sich wirft, haben die bunte Heftchen unter die Fans geschleudert. Muss man nur hingehen und das bin ich auch. Nicht direkt natürlich, weil ich noch was andres brauchte. Einen Objektivdeckel zum bedeckeln meines Objektives. Den wollte ich einem der ortsansässigen Großmärkte für Kram mit Strom erwerben und laufe also los. Fahrrad ginge natürlich auch, nur hab ich gerade so eine 10.000 Schritte am Tag Regel und da ist zu Fuß einfach sinnvoller. Da der ortsansässige Großmarkt neben meiner Arbeitsstätte liegt, geh ich da noch mal vorbei und frage nach ob die nicht einen Objektivdeckel gefunden haben. Weil ich will mir ja einen kaufen weil ich meinen nicht mehr finde, nicht weil ich Objektive ohne Objektivdeckel zum bedeckeln des Objektives kaufe. Was soll ich sagen, der Objektivdeckel war da und ich konnte mir den weiteren Weg sparen. Was aber davor passierte wirst du nicht glauben so heftig war das.
Ne war es nicht. Ich hab nur gemerkt, dass mein Hoodie bekleckert war und hab mir bei C&A ein Hemd gekauft. Das war im Angebot und ein wenig zu groß.

Mit neuem Hemd und Objektivdeckel mache ich mich dann auf in Richtung Ein Euro Shop. Das mag jetzt verwirren ist aber nicht schlimm. Der Shop liegt in der Nähe vom Comicbuchladen und ich brauchte noch eine Batterie für meine Leuchtdingsifernbedienung. Die finde ich auch und dazu noch Pflaster für meinen Finger, der fing nämlich an auseinander zu fallen, zwei von diesen Spinner Dingsis und noch eine Blue Ray von einem asiatischen Fantasyfilm. Damit geht’s dann aber wirklich zum Comicbuchladen. Da kann ich Spiele spielen und Punkte sammeln und mir dann meine Comics abholen. Das dauert so zehn Minuten. Die restlichen fünfzig Minuten hänge ich vor dem Comicbuchregal rum und weiß nicht was ich kaufen soll. Das ist nämlich alles so schön bunt und hübsch gemalt und überhaupt. Irgendwann weiß ich was ich will, kaufe das und gehe nach hause.

Der nächste Tag geht dann wieder mal mit Wäsche waschen los. Dann meldet sich der P wegen Street Food Market Festival. Ich hab da nämlich einen Gutschein gewonnen und darf mir da für zehn Euro Essen in den Mund hauen. Wir gehen also hin, zahlen den Eintritt, gehen zur anderen Seite und ich kriege meine Gutscheine. Dann geht’s los. Erst mal gucken was es alles gibt. Burger und Pommes, schließe ich gleich aus. Nichts gegen Burger und Pommes, aber wer zu einer Veranstaltung geht die darauf zielt viele unterschiedliche Speisen an den Menschen zu bringen und dort dann wegen Burger oder Pommes ansteht ist doof.
Der Pund ich sondieren erst mal die Lage und mir fallen kleine klopsige Klopse ins Auge. Die sind aus Reis und mit Dingen gefüllt. Sieht nicht nur lecker aus, ist es auch.
Als nächstes gibt was aus Äthiopien. Wie es sich für so ein Festival gehört, macht uns die nette Dame ein Teller mit kleinen Portionen zum probieren fertig. Da gibt’s dann Linsen, mit Linsen, Weißkohl und Linsen. Das alles auf einem Teppich aus Sauerteigschwamm. Das war schon lecker und besonders die Linsen kann ich empfehlen. Also die Roten.
Als nächstes irren wir ein wenig durch die Gegend und können uns nicht entscheiden. Irgendwann holen wir uns jeder noch einen Chilihotdog. Kritiker werden jetzt meinen, es gibt doch keinen Unterschied zwischen Burger, Pommes und Chilihotdog. Da kann ich nur sagen stimmt. Ich wollte aber schon immer mal einen Chilihotdog probieren weil es den ja nur in New York gibt.
Der temperaturische Tiefpunkt kommt als nächstes. Eis am Stiel. Ich nehme Eis mit Gurke, Honigmelone und Minze. War super lecker und ich werde das bald mal selber probieren. P nimmt ein Eis mit Gin Tonic und Gurke. Nach ein paar mal schlecken ist er nicht mehr zurechnungsfähig. Ich trage ihn nach Hause. Das ist gelogen.

Auf jeden Fall war es lecker und auch wenn ich nicht ganz verstehe, warum dort so große Portionen verkauft werden, ein nächstes mal gibt es bestimmt und wer will kann sich dann auch Pommes holen. 

Ein klopsiger Klops und noch einer weiter hinten.