Sonntag, 11. November 2018

Aua mein Ohrläppchen

Urlaub ist was ganz was tolles. Da kann man alle Sachen machen die man sonst nicht machen kann und man kann die Sachen nicht machen die man sonst immer machen muss.
Wenn man so Urlaub macht wie ich, dann kommt es ganz anders und man muss zum Arzt. In meinem Fall ging das ganz harmlos los. Eines meiner Ohrläppchen hatte sich überlegt Form und Farbe zu ändern und wurde etwas dicker und rot. Weil ich bin wie ich bin, treibt mich so etwas noch nicht in die Arme eines Weißkittels und ich lasse das Ohrläppchen erst mal machen. Das die Idee schon im Keim erstickt hätte werden sollen merke ich später und finde mich dann doch ein wenig doof.
Bevor ich im Text weiter mache, noch ein kleine Auswahl an Wortspielen die ich mir in diesem Kontext nicht verkneifen konnte. Die einen sind jetzt schon blöd, die anderen machen erst nach dem lesen meines Tatsachenberichtes Sinn.

Ohr ne
Mir ist da was zu Ohr gekommen.
Ich hatte was anderes vOhr
Auf das faule Ohr legen

Gegen Freitag überkommt mich dann doch das Gefühl ein Problem zu haben, dass ich von alleine nicht wieder los werde. Das Ohr hat nämlich gestreut und über die Wange bis zum Kinn finden sich komische rote Stellen die da nicht hin gehören.
Weil beim Arzt ganz viele Leute sitzen, gehe ich erst mal einkaufen. Wieder zurück im Wartesaal werde ich auch schon bald aufgerufen. Die anderen Mitsitzer wissen natürlich nichts von meinem zeitlichen Vorsprung und können mich jetzt sicher nicht mehr leiden, obwohl sie mich ja gar nicht kennen. Ich mag de jetzt auch nicht mehr, wegen ihrer Vorurteile und ja so funktioniert die Welt.
Im Behandlungszimmer sitzt eine Frau Onkel Doktor die ich noch nicht kenne und weil ich schon mal hier bin rede ich gleich noch über meine Rückenschmerzen und erbitte prophylaktische Physiotherapie. Das findet sie wohl doof und gibt mir ein A4 Blatt mit Übungen. Ich frage ob das die Lösung ist, hab das Problem ja erst seit ein paar Jahren und bis auf einen Mix aus Übungen von verschiedensten Therapeuten hat noch nix geholfen. Sie sagt ja und ich soll gerade sitzen. Außerdem will der Computer das nicht. Ich wechsel das Thema Richtung Ohr und als nächstes finde ich mich in einem anderen Zimmer wieder, wo ich eine unauffällige Verpackung kriege, die über das halbe Gesicht geht. Die soll ich fünf mal am Tag wechseln, dann wird das schon. Als Tipp, sollte es nichts werden mit der Heilung, kriege ich noch eine Klinik mit Notfallzentrum gesagt.
Das Notfallzentrum ist echt super. Das sage ich gerne, weil ich vorher ganz viel Schlimmes im Internet gelesen habe, wie böse und doof die hier sein sollen. Tatsächlich sind die total lieb und undoof. Weil mit Schlafen eh nix ist, gehe ich schon früh da hin und komme nach vier anderen dran, bei denen ich nicht sehe was sie haben. Wir zerren mir das Pflaster vom Ohr und der Herr Onkel Doktor sagt gleich „Ja das fault schon.“
Noch an der Rezeption unterstreiche ich meinen Notfall mit Gänsefüßchen weil ich mich gar nicht so Notfall fühle, zumindest nach außen hin. Ein faulendes Körperteil macht jetzt auch keinen Spaß, gibt mir aber das Gefühl nicht zu Unrecht hier zu sitzen.
Als nächstes schnippelt der Doc mir das Ohr auf und findet darin auch eklige Sachen die da nicht sein sollen. Obwohl ich jetzt ein offenes Ohr habe, fühlt es sich schon besser an und wird nicht schlimmer, als ich mir die erste Schmerztablette schmecken lasse.
Erleichtert aber doch etwas frustriert kaufe ich mir im Lidl drei Kakis und ein Keyboard.
Noch zwei mal muss ich zum Verbandswechsel und finde die Menschen dort immer netter. Die Restpflege von meinem Ohr habe ich jetzt übernommen und ich glaube ich kann mich schon bald als geheilt bezeichnen. Ich muss mir jetzt nur noch überlegen, was ich im nächsten Urlaub haben möchte.

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Urlaub 18 Tag 4

Dienstag

Es ist schon wieder früh und mein Blick wandert aus dem Fenster. Da draußen gibt’s neben der gewohnten Umgebung auch noch eine gewaltige Ansammlung von weißem Dunst zu bestaunen. Nebel hüllt die Straßen in ein mattes Weiß und ich finde das gut. Ich schnappe mir meine Kamera und verbildere das Ganze um es später als Kunst zu bezeichnen.
Auf meinem Rückweg komme ich noch ganz geplant beim Aldi vorbei und bemerke, dass die noch gar nicht offen haben. Weil ich keiner von denen sein will, die vor der Tür warten bis offen ist, gehe ich erst mal zum Bäcker und kaufe mir ein Doppelbrötchen. Das dauert ca. 45 Sekunden und jetzt stehe ich doch vor verschlossener Schiebetür. Im nächsten Moment schon, passiert etwas, womit keiner rechnen konnte. Noch bevor der Laden offiziell auf macht, schieben sich die gläsernen Hindernisse zur Seite und ich kann ungehindert die Hallen betreten die mit ihren Produkten auf mich warten. Weil ich ein bisschen trödel komme ich auch erst Punkt 8:00 Uhr wieder heraus. Geiler wäre natürlich eine Minute früher gewesen. Einkauf erledigt noch bevor überhaupt offen ist, das wäre schon was für die Geschichtsbücher gewesen.

Wieder zu hause gibt’s Frühstück und Sabrina. Die letzten drei Folgen der ersten Staffel werde ich auch noch schaffen. Damit ich nicht ganz auf der Couch versumpfe widme ich mich noch der Hausarbeit. Wäsche waschen zum Beispiel. Das ist nicht schwer, nur beim in die Gegend hängen kommen mir leichte Zweifel. Der Wind, der geschätzt Windstärke 500 hat, wedelt schon ganz schön und ich sehe mich schon meine Unterhosen durch Nachbars Garten jagen. Da der Wind allerdings aus eben der Richtung kommt, macht meine Wäsche höchstens einen kleinen Spaziergang über den Hof und da kann ich ja nichts gegen haben.

Sabrina ist vorbei und ich ein wenig traurig. Die hätten ruhig ein paar Folgen mehr basteln können. Mangels Alternativen knipse ich mich durch das vorhandene Programm und entdecke schon mal einen neuen Sender. Der heißt Ric und dieser Ric ist ein blauer Vogel den ich von einem früheren Kinderprogramm kenne. Die Trickfilme die da kommen sind alle recht alt und abends kommt ein Hörspiel. Muss man auch erst mal bringen.

Gegen Nachmittag gehen der P und ich in die Stadt bummeln. Frohlockend hüpfen wir durch die lieblichen Gassen, vorbei an bunt geschmückten Schaufenstern im Zwielicht des güldenen Herbstes. Die Menschen sind fröhlich und ein jeder genießt den schönen Tag und alle erfreuen sich an den mannigfaltigen Auslagen der gemütlichen Geschäfte.
Gekauft haben wir nichts, weil es nichts gab was ich kaufen wollte. Dabei habe ich gar nicht viel gesucht. Eine hübsche Lampe für eine neue Kommode und einen Zierkürbis. Gab es beides nicht.
Auf dem Weg zurück geht’s noch ins Netto und da nehme ich dann einen Kürbis mit und Naschwerk für Halloween.

Wieder zurück geht’s auf die Couch und auf Fußball warten. Ich schlürfe leckeren Bratapfeltee und finde den gar nicht so schlecht, nicht so gut wie Apfelstrudel, aber immer noch lecker. Weil ich nicht nicht beherrschen kann knabber ich noch ein paar Hanuta Mini und einen Mars Brownie. Der Mars Brownie ist wie Schokoladenkuchen mit Karamell und Schokolade. Entwder bin ich zu alt oder das ist einfach doch zu eklig, mein Fall war es jedenfalls nicht und ich kann es nicht erwarten die Kalorien an die Kinder zu verteilen.

Das Spiel am Abend ist sogar ein bisschen spannend, ich gucke es fast bis zu ende nebenbei.

Sie geben sich mühe.

Dienstag, 30. Oktober 2018

Urlaub 18 Tag 3

Montag

Montag ist der erste Tag der Woche und wenn man seinen Urlaub in den eigenen vier Wänden verbringt kommt man aus seiner Routine nicht so schnell heraus. Nach der Hygiene schlurfe ich also in den Raum mit der Couch und werfe den Fernseher an. Was dann passiert schockiert mich ein ganz kleines bisschen. Da ist nämlich nichts. Da ist natürlich nicht einfach so nichts, das Nichts hat eine Vorgeschichte.

Mein Fernsehen kommt zusammen mit der Internet von einer Firma mit zwei Zahlen um Namen. Die haben mir Post geschickt, dass das so nicht mehr geht, dafür allerdings anders. Ich rufe an und kläre den Kram mit den Brüdern ab und empfinde die Geschichte als erledigt. Als nächstes kommt eine Box mit der Post, die macht dann das Fernsehen, und ein Brief in dem steht, dass meine Zugangsdaten zwei Tage später bei mir sind. Ich denke mir nichts böses und weiß im nach hinein gar nicht mehr warum. Natürlich wird mein altes Fernsehen abgeklemmt bevor ich meine neuen Daten habe und gucke erst mal auf einen grauen Bildschirm. Ich rufe natürlich da an und kriege die gleiche Information wie schon im Brief. Weil ich sonst nix weiß, erkläre ich kurz, dass mir derlei Planung nicht sonderlich sinnvoll erscheint und wünsche noch einen schönen Tag.

Jetzt mache ich Pancakes und gucke was bei Netflix läuft. Daredevil mag ich noch nicht gucken, da schaue ich mal in Sabrina rein. Das ist ein Remake der albernen Hexenserie von damals und hat wohl auch was mit einem Comic zu tun. Die Serie ist nicht schlecht und bis zum Abend schaffe in sieben Folgen die je eine Stunde gehen. Die Serie macht echt Spaß und trotzdem bekomme ich irgendwann ein schlechtes Gewissen.
Gegen Mittag schäle ich mich aus der Couch und gehe Laufen. Das Wetter hat sich ja schon recht überzeugend gen Herbst bewegt und schrammt sogar ein wenig am Winter. Ich packe mich fast flächendeckend ein und laufe einfach mal los. Der peitschende Sturm und die raue See (ich laufe an einem Kanal vorbei) machen mir den Weg schwer und der Kampf gegen die Elemente sucht seines gleichen. Nach knapp 50 Minuten sitze ich frisch geduscht wieder auf der Couch und gucke weiter Sabrina.

Weil ich vorher am Tag noch einkaufen war, habe ich Kokoswasser im Haus und muss das auch unbedingt trinken. Auf dem Tetrapack steht etwas von einem exotischen Genuss was wohl gleichbedeutend ist mit „Ist mal was anderes“ was wiederum nichts anderes bedeutet als „das kommt mir nicht wieder ins Haus“. Die Brühe schmeckt wie vom Baum gefallen und eine Weile liegen gelassen.

Weil ich mich so ganz schwer motivieren kann, wird der Rest des Tages von Sabrina und New York retten bestimmt. Die Mischung aus beiden sorgt bei mir für sehr seltsame Träume und wenigstens eins davon wird wohl vorerst auf den Index geschoben.

Einen Kürbis habe ich nicht gefunden. Das ist allerdings nur eine Randnotiz, die in den kommenden Tagen noch wichtiger wird.

In der Tasse ist gerade Bratapfeltee.

Montag, 29. Oktober 2018

Urlaub 18 Tag 2

Sonntag

Ich stehe auf und gehe zum Bäcker. Das mache ich jeden Sonntag und in der Regel sind es auch immer die gleichen Backwaren die ich begehre. Ein Donut mit Schokofüllung, ein Donut mit Vanillefüllung und zwei Schokobrötchen. Das klappt mal mehr mal weniger gut. Meistens liegt es daran, dass die Donuts schon ausverkauft sind weil rücksichtslose Individuen mir mein bescheidenes Vergnügen nicht gönnen wollen. Vor meiner Nase quasi wird der letzte Kringel mit Schokoinhalt gekauft und ich muss auf Apfelmus ausweichen. Das geht doch nicht. Apfelmus ist Apfel in klein. Das ist Obst in Kuchen. Das gehört da nicht hin. Ich packe ja auch keinen Broccoli in die Schokolade. Ich reg mich aber nicht auf, ich hab ja Urlaub.

Da der Sonntag den ganzen Tag lang Sonntag ist, fange ich gar nicht an mir ernsthaft etwas vor zu nehmen. Die Couch ist mein Freund und wir können ruhig mal ein wenig mehr Zeit miteinander verbringen. Neben dem TV Programm, das heute ganz besonders zum nicht hinschauen einlädt, gibt es noch New York zu retten und Daredevil. Zwischendurch versuche ich es auch mal mit Internet und komme nicht sonderlich weit. Bei so ziemlich jedem Thema das sich mit der Welt, der Gesellschaft und Politik befasst finden Menschen einen Grund ihren Scheiß den sie Meinung nennen zu hinterlassen und ich bezweifele langsam wirklich ob dieses Experiment Menschheit noch zu retten ist. Die Schamgrenze singt zusammen mit der Überprüfbarkeit der heran gezerrten Fakten und die eigene Überzeugung wird zum Status Quo den ich nicht mehr nachvollziehen kann. Weil ich Urlaub habe, schalte ich das Internet dahingehend einfach aus und rette weiter New York.

Ein Höhepunkt im derzeitigen TV ist die zweite Staffel von Rapunzel. Das ist nicht nur eine Erwähnung sondern eine Empfehlung. Ich bin für die Gründung eines Fanclubs der sich zu den Sendezeiten bei mir trifft. Dresscode: Pyjama, für Snacks habt Ihr zu sorgen.

Ich koche mir einen Tee. Melissentee um mal ins Detail zu gehen. Ich hab zwar keine Ahnung was der kann, doch ist Melisse irgendwie die freundliche Blume aus der Nachbarschaft. Überhaupt bin ich in den letzten Jahren zu einem großen Freund des trockenen Getränks geworden. Dabei ist Apfelstrudel meine Lieblingssorte und ich hoffe der steht bald wieder im Regal. Apfelstrudel? Ja Apfelstrudel! Ich bin ein Freund von Tee, kein Kenner.

Am Abend kann ich endlich das Highlight des Tages genießen. Halloweentown 2. Es wieder eine sonderbar harmlose Geschichte die mir noch weniger Geld und auch nicht viel Drehbuch auskommen muss. Warum mir die Filme trotzdem Spaß machen weiß ich immer noch nicht und lasse mich einfach treiben.

Zum Abend hab ich noch die Idee ein Regal durch die Gegend zu schieben. Ich lasse es bleiben. Es ist schließlich Sonntag.

Ich find das schön.

Sonntag, 28. Oktober 2018

Urlaub 18 Tag 1

Samstag

Ob das Wochenende wirklich schon zum Urlaub gehört ist eine Frage die die Menschheit schon seit Anbeginn der Zeit beschäftigt und auch ich bin nicht in der Lage eine abschließende Klärung herbei zu führen. Ich vertraue einfach auf mein Bauchgefühl und beginne schon am Samstag mit dem Urlaub. Wenn ich damit mal in die Geschichtsbücher kommen sollte, dann sicherlich zu Recht.

Samstag also, Urlaub auch noch und nichts weiter zu tun. Obwohl, stimmt nicht. Ich hab schon noch was zu tun, nur eben nicht genügend Lust dazu. Damit ich nicht ganz faulig in der Gegend liege, geht’s erst mal auf Nebeljagd, wegen Fotos machen. Nebel ist ja nicht sonderlich schnell und auch nicht besonders gut im Verstecke spielen, da ist es theoretisch auch nicht so schwer den dunstigen Dunst vor die Linse zu bekommen. Wenn der Nebel denn mal da wäre. Das ist nämlich was er super kann, nicht da sein. Damit ich nicht ganz so doof durch die Gegend gelatscht bin geht’s zum Aldi und erst mal Frühstück besorgt. Vanilledings, Kirschkissen und noch was, was eher in die Abteilung Kuchen gehört, wandert mit anderen lebenswichtigen Artikeln im Korb und dann bei mir zu hause. Gesund ist das nicht und trotzdem ein super Frühstück.

Nach dem Frühstück mache ich weiter damit New York von Plünderern und bösen Menschen zu befreien, wegen der Seuche und so. Das passiert natürlich nur auf der X-Box und ist sowohl frustrierend als auch fesselnd. Der Frust kommt weil mein Männchen so ungefähr drei bis vier Schüsse aushält und dann in sich zusammen fällt, während die Gegner gerne mal ein bis zwei Magazine in den lumpigen Leib gepumpt bekommen bis sie als besiegt gelten. Ich bin jetzt Stufe 5 und ich denke es wird noch eine ganze Weile dauern bis New York wieder zum Urlaub machen einlädt. (Wenn ich die ganze Woche das Spiel spiele, könnte ich sagen, ich hätte meinen Urlaub trotzdem dort verbracht. Wahnsinnig witzig, wie ich finde.)

Damit ich nicht nur rum sitze und Städte rette, geh ich noch mal zum Lidl und zu Netto. Das liegt jetzt weniger daran, dass ich dort was wichtiges kaufen müsste. Ich will eher meine 10.000 Schritte schaffen und verbinde das eben gleich mit sinnlosen Besorgungen. Weil das noch nicht ganz reicht, geht’s später noch mal in den Park um ein Foto zu machen.

Langsam wird es spät, meine Schritte sind vollzählig und ich habe noch einen Punkt auf meiner Liste. Rasieren. Weil ich wenigstens ein mal im Jahr den Flaum im Gesicht auf eine Kürze kriegen will, mache ich das heute. Der Kopf wird auch noch von den Flusen befreit und der finale Blick in der Spiegel lässt mich kurz erschaudern. Ich sehe aus wie ein vierzig Jähriger der aussieht wie ein zwölf Jähriger der echt komisch aussieht. Ich mache das Licht aus und verzichte die nächsten Tage auf nach draußen gehen.

Die Couch ist mein Freund und zusammen überlegen wir uns eine sinnvolle Abendgestaltung. Wir liegen einfach aufeinander schauen was es schönes im TV gibt. Nach 15 Minuten ist die Entscheidung gefallen und wir gucken Halloweentown auf Disney Channel. Das ist einer von den Filmen denen man schon vom weiten ansieht, dass da weder Geld noch Drehbuch zur Verfügung standen. Gute Laune macht das trotzdem, möglicherweise auch weil sonst nur noch schlimmeres geboten wird.
Ich gucke also den Film und mir fällt auf, dass ich Wäsche gewaschen habe und mein Bett noch neu beziehen muss. Das mache ich auch gleich und weil ich schon mal dabei bin, wird das ganze Bett noch umgestellt. Ich will nicht ins Detail gehen, nur so viel. Ich brauche ungefähr eine halbe Stunde und zweifle wohl zu Recht an meiner geistigen Gesundheit.

Nach meiner Aktion gucke ich Halloweentown zu ende und freue mich schon auf teil zwei der Sonntag Abend läuft. Der Kürbis der zum Zahnarzt geht war dann doch ganz cool.

Im neu gestellten Bett gucke ich noch kurz Daredevil und Batman Ninja und finde erst mal alles gut wie es ist. 

 Die Keksdose hab ich auch noch benutzt.


Sonntag, 16. September 2018

Sweet 38 und sieben

Es ist morgen und früh und ich im Bett. Das ist normal. Dann, Bumm Zack Augen auf und ein Jahr ist rum. Das ging natürlich nicht so schnell wie hier beschrieben und hat sich ja die letzten 365 Tage angekündigt. Nun ist eben Tradition das so ein Lebensjahr nur an einem Tag seine Zahl wechselt und damit ist man eben an dem Tag ein Jahr älter.
So weit so gut wie der Zieleinläufer sagt und weil sich das so gehört, habe ich auch einen schönen Tag. Ich esse so viel Kuchen bis mir schlecht wird, ich spiele Xbox und ich kaufe mir die schon so lange gewünschten Hulk-Hände. Na gut, das mache ich eigentlich erst am nächsten Tag, das weiß aber keiner.
Als kleines Geschenk für mich gibt’s noch ein langes Wochenende. Das geht schon am Donnerstag los und da geh ich mal wieder gegen das Alter laufen und verspreche mir mich in Zukunft gesünder zu ernähren. Das klappt schon am Nachmittag nicht mehr.
Der Rest vom Donnerstag ist noch ein bisschen Arbeit. Zuerst geht’s um Internet und Holz. Später um ein Buch. Mein Buch genauer gesagt und mit dem M suche ich nach Verlagen die Lust haben könnten aus meinen Worten ein Buch zu machen und das auch noch bei den Buchhändlern in die Regale zu packen. Verlage zu finden ist so schwer nicht, heraus zu bekommen wie man denen mit seinem Werk auf den Keks geht ist dagegen schon eine eigene Wissenschaft. Am Ende finden wir sieben und gucken noch ES. Das gehst wieder um den fiesen Clown der ein Stadt frisst und mit Blut durch die Gegend wirft. Ob mir der neue Film jetzt wirklich besser gefällt weiß ich noch nicht genau, was ja nur an meinem neuen Alter liegen kann. Ich muss ja wirklich langsam anfangen alles neue abzulehnen und früher alles besser finden. Die neue Turtles Serie von Nickelodeon zum Beispiel kann ich so gar nicht leiden. Die kommt zwar erst noch, aber die alte Serie fand ich viel besser.
Freitag gehe ich nicht laufen, ich gehe zum Copyshop. Da drucke ich Anschreiben, Exposés, Leseproben und ein Manuskript aus um es an die sieben Verlage zu schicken. Ich tüte alles ein, benutze Adressaufkleber und fühle mich wieder alt.
Als ich aus dem Postamt komme bin ich gar nicht so aufgeregt wie man es sein könnte. Zehn bis zwölf Wochen soll es dauern bis sich die interessierten Buchrausbringer melden und ich könnte also dieses Jahr mit einer guten Nachricht unter dem Weihnachtsbaum sitzen. Ich muss sagen, jetzt kribbelst doch ein bisschen. Bleiben wir gespannt.
Am Samstag ist Batmantag in der Comic Combo und da muss ich natürlich hingehen. Zuerst suche ich ein Comic, das mit Batman nur ein bisschen zu tun hat. Justice League und Power Rangers, eine Mischung von der ich noch nicht weiß ob sie mich alt aussehen lässt oder total crazy. Zuerst mal sah ich doof aus, weil ich das Heft, obwohl es direkt vor meiner Nase lag, nicht finden konnte. Konnte das Mädel vom Shop aber auch nicht, also quit. Danach spiele ich Spiele bei denen es um Batman geht. Zuerst muss ich Charaktere zuordnen. Ihren Namen. Ich kenne nur die Hälfte. Immer noch mehr als Ihr also hört auf zu lachen. Dann muss ich Fragen beantworten und schaffe das auch gerade so, aber ich schaffe es. Die letzte Aufgabe ist dann so ein Psychotest wie man ihn früher (ja lange her) in der Bravo gemacht hat. Ich beantworte die Fragen nach bestem Wissen und Gewissen und erfahre, dass ich Alfred Pennyworth bin. Für die Unkundigen unter Euch, das ist der Butler. Der ist so tausend Jahre als und eben alt, saucool auch noch aber alt. Ich bin nicht überrascht.
Bevor ich mit D und A ins Kino gehe, gucke ich noch mal in dem ein oder anderen Laden vorbei. In der EMP-Resterampe hole ich mir ein Turtles T-Shirt, ein Star Wars T-Shirt und ein Funko Pop von dem Mädchen aus dem neuen ES. Der Film den wir im Kino gucken verwirrt mich und auf dem Weg nach Hause lässt mich mein Ipod ein Lied hören, dass ich gar nicht kenne, das aber super passt und gleich gemocht wird. Nach einer Weile suchen finde ich heraus, dass der Song aus einer Werbung der Techniker Krankenkasse ist. Ohne noch mal mit dem Kopf zu schütteln ergebe ich mich meinem Schicksal. Ich gucke wo ich ein paar Enkel herkriege und fange ab Morgen an die Leute vom Fenster aus zu beschimpfen.

Da war ich auch, hat aber nix mit dem Text zu tun.


Montag, 13. August 2018

You got 99 Problems back to School

DSGVO – vier Buchstaben die zu fünft sind und die eine Bedeutung haben. Datenschutzgrundsatzverordnung ist das Zauberwort und diese Geschichte ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Und ähnlich wie bei Damenhygiene weiß ich jetzt mehr darüber als ich vorher noch gedacht habe.

Irgendwann am Anfang des Jahres. Das Gespenst Datenschutz geistert durch das Netz und macht allen Angst. Natürlich nicht allen, das wäre übertrieben. Es fühlt sich nur so an und weil mal wieder kaum einer Ahnung hat, gibt’s dann auch so viele Meinungen zu lesen wie Krümel im Bett, wenn man ganz vorsichtig Kekse gegessen hat.Den einen ist es egal, die anderen wollen zu den Waffen greifen und irgendwer hat seine Heizung geheiratet. Ich selber gerate nur ein bisschen in Panik und versuche mich auf dem laufenden zu halten. Das funktioniert natürlich nur so halb und damit gar nicht.

Die Zeit zeiht ins Land und es kommt wie es kommen muss. Wir brauchen einen Datenschutzbeauftragten und weil ich ja ohnehin das mit den Internetseiten mache, kann ich das auch gleich dazu tun. Damit ich weiß was ich veranstalte darf ich auch zu einem Lehrgang und habe richtig viel Zeit mich darauf zu freuen. So richtig ausmalen was mich da erwartet kann ich mir eigentlich nicht. Ich weiß noch früher, als ich nächtelang wach lag und mir anstehende Erlebnisse in Gedanken ausgemalt habe, bis die Farbe alle war. Wie sieht Österreich im Urlaub aus? Gibt es Dinosaurier auf Norderney? Steht mir die Uniform? Alles Fragen die gestellt wurden und deren Antwort immer wieder so war wie sie immer sind, langweilig. Mag sein, dass das der Grund ist warum ich mir so gar keine Gedanken gemacht habe was da auf mich zu kommt. Muss halt – war der Konsens den keiner von mir anzweifeln wollte.

Irgendwann ging es dann los und ich war dabei, hier die Geschichte in vier Akten.

Tag 1:
Ich steige in die Bahn und fahre in die neue Welt die mich von nun an in ihren Bann ziehen soll. Eine Woche und noch einen Montag und einen Abend. Suchen muss ich nicht viel und eine Überraschung gibt es auch. Ich lese den Namen eines längst vergangenen Freundes auf den Namensschildchen und freue mich ein bisschen. Zu zweit ist man weniger einer und der Unterricht nicht ganz so wie Unterricht. Der geht schon mal los mit Dingen die uns einführen sollen und so spannend gar nicht sind. Ich will eigentlich gar nicht wissen wer welches Gesetz macht. Der Tag geht nach ca. drei Tagen zu ende und ich darf noch mal auf Arbeit. Abends bin ich zu hause und fühle mich auch so.

Der Smoothie – Zwischenfall:
Es ist der zweite Tag, glaub ich und weil ich gesund leben will, gibt es zum Frühstück einen Smoothie mit zweierlei Obst. Eine Banane und einen Apfel. Im Unterricht merke ich, das funktioniert nicht. Apfel und Birne scheinen ein ungeklärtes Problem zu haben und da unten auf engstem Raum ist der Konflikt natürlich vorprogrammiert. Was genau die austragen weiß ich natürlich nicht, zu spüren bekomme ich es trotzdem. Ein Gefühl von quer durch den Raum kotzen und unter den Tisch rutschen begleitet mich durch den Vormittag. Das macht keinen Spaß. Der Tag geht doch irgendwann vorbei und ich nach Hause.

Die anderen Tage:
Die gehen auch vorbei und werden tatsächlich immer kürzer. Das Thema ist immer noch DSGVO und auch wenn es Dinge auf unserem Planeten gibt, die mich mehr interessieren, habe ich langsam eine Ahnung von dem was der Mann an der Tafel mir erzählen will.

Von wegen Ahnung:
Es ist schon eine Weile her, dass ich das letzte mal einen Test geschrieben habe. Ich will das auch gar nicht. Ich will nur nach hause und Datenschützer sein. Daraus wird nichts. Vormittag noch mal so Sachen durchgeredet und dann geht’s auch schon los. Hie Papier für zum drauf schreiben. Hier Papier mit So Fragen und Aufgaben. Hier so ein Typ der zwei Stunden lang die Handschrift eines Höhlenmenschen kopiert und auch die Kompetenz des Prähistoriers im Bezug auf die DSGVO und ihre 99 Artikel sein eigen nennt. Ich habe keine Ahnung.

Die Stunden zwischen dem Ende des Tests und jetzt liege ich auf der Couch, schlafe völlig fertig ein und kaufe mir einen Song von Jay-Z und warte auf Regen. Morgen geht dann der Alltag weiter, nur mit warten auf den Tag der Ergebnisse. Da wird es peinlich oder einen neuen Titel für mich geben. Wenn ich bestehe werde ich mir selber ein Zertifikat ausstellen:

Datenschutzbeauftragter of the Universe

das hab ich mir dann auch verdient.