Mittwoch, 6. Juli 2016

With Full Force – Erst mal das Danach

Es ist Montag und eigentlich schon vorbei. Die Sachen sind gepackt und bis auf das Zelt haben wir es alle geschafft. Das Zelt ist natürlich nicht irgendein Zelt. Es ist das Zelt, dass mir in den letzten Tagen Unterschlupf und Schutz geboten. Ein Zelt wie es sein muss um ein Zelt zu sein. Ein Zelt Zelt. Ein Zelt das nie wieder Zelt sein wird. Ein Zelt das von uns verabschiedet wurde und mit allen nötigen Ehren der Wiese und damit dem Willen des Reinigungstrupps überlassen wurde. Tschüss Zelt.
Abbauen, einpacken und los fahren. Dazwischen noch ein schnelles Frühstück, Brötchen auf die Faust und schon sind wir unterwegs nach hause. Bis jetzt lief alles noch ganz flüssig, aber irgendwie auf Autopilot. Der macht sich jetzt auch mal bemerkbar und ich muss bemerken wie sich die ersten Wortfindungsschwierigkeiten in die Gespräche mischen. Gefühlt geht es mir trotzdem ganz gut. Das wird auch noch besser, als ich mich in die Wanne werfe, Wasser dazu tue und den Rest vom Festivalgelände abwasche. Entgegen aller Vernunft, überlasse ich mein Schicksal nicht der Couch, sondern gehe erst mal Wäsche wachen, Einkaufen und mein Fahrrad vom Fahrraddoktor abholen. Wie schon im letzten Jahr trage ich eines meiner neuen Shirts aus der Wundertüte und überlege mir, dieser Band wenigstens mal eine Chance zu geben.
Während ich so durch die Straßen schlendere und meine Erledigungen erledige, fühle ich mich noch ganz schön festival. Ich sehe ein paar Leute vor einem Dönerimbiss sitzen und frage mich zu welcher Band sie gehören. Auch der Rest von mir ist noch nicht ganz zu hause angekommen. Der Ernst des Lebens ist einfach noch nicht da und ein Teil überlegt schon, welche Bands heute Abend spielen.
Fast ohne es zu merken, erledige ich meine Wege und nach dem ich die Wäsche aufgehängt habe gibt’s noch was zu essen. Der Aufmerksame Leser wird sich schon gefragt haben, wo denn nun das Brötchen vom Anfang des Textes geblieben ist. Ganz einfach. Ich habe es in den Kühlschrank gelegt. Dort bleibt es frisch und kann zu späterer Stunde in mich rein gestopft werden. Das mache ich jetzt auch und finde das gut. Böse Menschen werden behaupten, ich hätte beim Full Force jeden Tag ein Brötchen vom Frühstück mit genommen und in den Kühlschrank gepackt. Und ich hätte dieses Brötchen jeden Tag nicht gegessen und es hart werden lassen und weg werfen müssen. Denen kann ich nur entgegen werfen. Mit Nichten ihr finsteren Gesellen. Das Brötchen im Kühlschrank war wohl mehr als Gebäck in einer Kühlung. Es war ein Zeichen. Ein Bollwerk gegen die wilde Sammlung der Dosen und Flaschen die euch das Glück in den Hals schütten wollen. Das getrunkene Glück dass uns vorgaukeln will „Da hinten wird es schon wieder hell.“, „Die haben bald wieder O Saft.“ oder „Slayer.“. Diesen Brötchen im kalten Möbel war ein Stück Klarheit im Nebel der Promille. Es war ein Stück Toni für alle von uns.
Nach dem Essen gucke ich noch Stargate Atlantis und drehe mich kurz um. Zwei Stunden später oder so, werde ich wieder wach und merke wie mein Körper das komplette Versagen nicht mehr ganz ausschließen kann. Ich hole noch die Wäsche rein und lasse den Rest des Tages vom Autopiloten bewältigen. Im Traum entgittere ich noch ein wenig und bin ganz froh noch einen Tag frei zu haben.


 Ich bin auf der anderen Seite von dem Bild.

Freitag, 13. Mai 2016

Fische sind Freunde und 97,1

Fische sind Freunde, kein Essen. Der Satz ist nicht von mir, der stammt von Emma. Die kleine Dauergästin die mich wöchentlich besuchen kommt und mein Nutella wegfuttert hat diesen Satz als neues Lebensmotto und trägt diesen auch mit erhobenem Zeigefinger vor sich her. Ganz blöd, dass KiKa da gerade jetzt eine Sendung bringt bei der Jungs die alleine im Urlaub sind (an sich schon ein blödes Konzept) heute die Aufgabe haben Fische auszunehmen. Zum Glück gibt es noch die Sendung mit der Maus und das tapfere Schneiderlein. Wie Emma zu anderen Tieren steht weiß ich nicht genau. Ich hab aber so eine Ahnung, gerade weil wir vorher noch Bogenschießen geübt haben. Runde Zielscheiben sind ja zum Glück keine Fische und damit auch keine Freunde. Ansonsten befürworte ich erst mal alles was in einer nahenden Apokalypse zum eigenen Überleben beiträgt.
Ich selber habe schon länger keinen Fisch mehr gegessen und wasche meine Hände damit in Unschuld. Was ich allerdings sonst so in mich rein gestopft habe muss der Größe zumindest eines Teils meines Freundeskreises ziemlich nahe kommen. Meine Waage hab ich nämlich gerade wieder bekommen und eine neue Batterie war auch drinnen. Weil ich gerade nicht so viel zu tun haben wollte konnte ich nicht widerstehen und bin schnell mal auf das Messgerät gehopst. Ungläubig bin ich wieder runter gestiegen um dann noch drei mal das gleiche Ergebnis zu bekommen. 97,1 Kilo. Ich überlege was Söckchen, Unterhose und ein Spiderman T-Shirt wiegen und ziehe ganz realistische fünf Kilo ab. Trotzdem. Was ist denn da passiert? Wo kommt das her? Und wann geht das wieder? Ein wenig traumatisiert schleichen sich Bilder in meinen Kopf wie auf dem Schulhof gehänselt werde und mich im Sportunterricht blamiere. Dann wundere ich mich was ich auf einem Schulhof und ganz besonders im Sportunterricht zu suchen habe und beruhige mich wieder. Was natürlich nichts weiter hilft. Die aktuelle Sommermode ist nicht für mich geschaffen und für uns mollige gibt’s ja auch nie etwas anzuziehen. Scheiße ist das. Ich muss jetzt einfach besser auf meine Ernährung achten. Kekse, Waffeln und Frühlingsrollen mit Hühnchen. Da sind keine Freunde drin und Fleisch haben die auch nur ganz wenig.
Ich glaub ich werde mich einfach nur auf meine Couch legen und warten bis das alles vorbei ist. Kreuzworträtsel kann ich lösen, das geht auch noch. Das kann ich dann bei YouTube zeigen. So wie meine anderen ganz wunderbaren und informativen Videos. (Einfach hier klicken. Bisschen Werbung muss ja sein. Auch wenn ich nerve. Mir doch egal. Das Business ist eben so. Kann ich doch nix für. Wie gesagt. Hierklicken.) Von meiner Couch aus kann ich dann die Welt beherrschen. Ha das wird was. Keiner kann mich aufhalten. Außer es klingelt und der Hermesman bringt ein Paket für die Nachbarn. Dann ist mein Plan futsch. Egal, ich geh jetzt mal gucken wo es hübsche Ponchos für den kräftigen Mann gibt und feile noch ein wenig an meinen Plänen für eine von mir beherrschte Welt.


So hab ich geguckt. (Björn mein Bodydouble)

Donnerstag, 11. Februar 2016

Nix zu tun? Klar, ich schreibe ein Buch. Teil 1

99.191 Wörter
286 Seiten
27 Kapitel
1 Kinderbuch

Gestern gegen früh war ich im Copyshop meines Vertrauens. „Vier mal Buch bitte. Selber geschrieben.“ Sagte ich und das war auch kein Problem. „Ich lass mal die Buchstaben hier und komme dann morgen zum abholen.„ Ich bekam dann noch eine große Zahl zu hören, die ich am nächsten Tag in Euro zum Tauschen dabei haben sollte und bin gegangen.
Heute gegen früh war es dann so weit. Ich da wieder hin und gesagt was ich will. Die mir gegeben was ich will. Dann die gesagt was sie will und ich gegeben was sie will. Dann bin ich wieder gegangen. Und jetzt liegt es hier. Dieses Buch an dem ich das letzte halbe Jahr und eigentlich noch länger gearbeitet habe. Das mich immer wieder dazu aufgefordert hat es doch endlich fertig zu machen. Das immer noch so weit weg davon ist fertig zu sein. Das jetzt gelesen und kontrolliert werden möchte. Das mich bestimmt noch eine ganze Packung Nerven kosten wird. Das liegt jetzt also hier und ich finde das eigentlich ganz gut so. Ist auch ein schönes Valentinstagsgeschenk für mich. Wer seinem Partner so ein Buch schenkt, der will ja eigentlich nur seine Ruhe haben. Wenn ich mir das selber schenke, zeigt das nur wie gerne ich mit mir im Bett liege und lese was ich geschrieben habe.
Jetzt weiß ich auch nicht weiter. Wörter sind alle. Hab ich aufgebraucht. Kann ich nur noch was für die Bild schreiben. Wie doof ist der Seehofer eigentlich. Gibts den in echt. Ich mag den nicht. Na gut der kann den Leuten Hoffnung geben. Jedes mal wenn der was sagt denke ich: „Man muss nichts können um Karriere zu machen. Überzeugung reicht.“ Die Angela tut mir dann immer leid. Ich glaube die würde dem am liebsten eine runter hauen. Was will der eigentlich? Und die CSU. Wo kommen die überhaupt her? Naja egal. Ich hab andere Sorgen. Ich bin jetzt ein mir bekannter Kinderbuchautor und muss dafür sorgen, dass mein erstes Werk fertig wird. Da hab ich keine Zeit für die weltlichen Sorgen von Waldbewohnern.
Hab ich übrigens aus der Energieberaterin gesagt die heute hier geklingelt hat. Wollte die mir doch irgendwas aufschwatzen und ich wollte das aber nicht. Hab ich ihr dann auch gesagt und dann ist sie gegangen.
Hab mir heute auch ein USB Kabel gekauft. Und zwei Kinder Maxi Mix. Eins gab es nach dem Mittag weil ich so schön aufgegessen habe. Da war ein Ü Ei drinnen mit einem Dingsi zum zusammenbauen. Schokolade war auch noch dabei. Die Schokobons hab ich noch nicht gegessen. Mach ich aber noch.

Ich find das erst mal gut

Dienstag, 1. Dezember 2015

Erst die Lyrik dann das Vergnügen

Ein Ode an den Adventskalender

Adventskalender
Türchen auf
Adventskalender
Schokolade drin
Adventskalender
Ein Rentier klingelt an der Tür
Adventskalender
Nein doch nicht
Adventskalender
Hat gar nicht geklingelt
Adventskalender
Wo ist meine Schokolade

So, wo wir jetzt der Kunst unsere Schuldigkeit getan haben geht’s über zum Tagesgeschäft. Aufstehen, Dinge tun und wieder ab in die Falle. So könnte man das kurz und knapp umschreiben. Macht man aber nicht weil zu schnell fertig. Daher greife ich einfach willkürlich in den Gabensack der Erlebnisse und ziehe mal drei raus die hier eine ausführlichere Erwähnung finden.

Kartoffeln

Ich hab es schon wieder getan. Ich habe mir Kartoffeln gekauft. Ich hab sie in den Korb gelegt, bezahlt und nach Hause getragen. Das machen viele so, denn Kartoffeln kann man nun mal kaufen. Damit hört es aber nicht auf. Kartoffeln kann man nicht nur kaufen, die kann man auch verarbeiten. Zu Kartoffeln zum Beispiel. Das kenne ich noch aus meine Kindheit. Wer als Kind auch Kartoffel gegessen hat kann das hier liken. Kinder von heute kennen das gar nicht mehr, die essen nur noch Pommes. Egal, ich also Kartoffel zu hause gehabt und in mein kleines umherrollbares Körbchen gepackt und dort lagen sie. Voller Erwartung was denn aus ihnen wird und ich mit dabei. Immer wieder durch die Küche, geguckt ob sie noch da liegen und sonst auch nix. Keine Ahnung was mit mir nicht stimmt. Egal welches Gemüse ich aus dem Gemüsefachhandel an mich bringe. Es stirbt einen natürlichen Tot oder digitiert einfach weiter zur Blume. Die K Früchte sind natürlich kein Einzellfall und immer wieder muss ich ehemals frisches Gemüse aus meinen Kühlschrank oder dem Gemüsekörbchen der Natur übergeben weil sich Farbe und Konsistenz stark in Richtung fremder Pilz verändert haben. Muss mir mal was in der Gegenrichtung für das neue Jahr vornehmen.


Goodbye Schrubbi

Schrubbi ist eigentlich ein Wischer und wischt nicht mehr. Es war einer diese Tage an denen ich mich daran machte den Boden der da unter meinen Füßen seinen Dienst tut von dem Dreck zu befreien den die Leute da ständig liegen lassen. Manchmal reicht es da schon mit dem Besen die typischen Bewegungen zu bewegen und alles ist wieder hübsch. Es gibt allerdings Tage an denen man auch mal Wasser und giftigen Zitronensirup zum Einsatz bringen muss. Das macht man natürlich nicht mehr mit dem Besen, da muss anderes Werkzeug ran und das war eben Schrubbi. Wie ich da also so wischte merkte ich wie sein dünnes Stielchen unter meinen starken Händen zu bersten begann und dann war er auch schon hinüber. Das ist natürlich schade weil ich dann mit einem halben Schrubbi weiter wischen musste. Es ist aber noch viel schader weil Schrubbi nicht nur ein Wischer war, er war ein treuer Gefährte der mich seit vielen Jahren begleitet und so manche Sauerei entfernt hat. Oder wie wir seine Lieblingslieder gehört haben „Wisch you where here“, „I wisch you a merry Christmas“ oder auch MMMMM Mob von Hanson. In den Urlaub wollten wir auch fahren. Nach Wischington DC oder Meister Propper besuchen. Das geht jetzt alles nicht mehr. Und mit einer Träne im Putzeimer geht ein Gruß an alle Schrubbis da draußen. Wisch on and make your Dreams come true.
Einen neuen Wischer hab jetzt auch. Ich nenne ihn Jack.


Flyer verteilen

Flyer verteilen war ich heute. Damit die Leute heranströmen und sich von mir für einen super Preis fotografieren lassen. (30 Prozent Rabatt auf alle Shootings im Dezember www.le-fotodesign.com). War ich auch beim Friseur um die Ecke. Wollte die keine Flyer von mir. Bin ich wieder gegangen.

 Spiderkalender mit Spidertürchen und Spiderschokolade



Dienstag, 3. November 2015

Fast verheiratet und Zeitreise im Schleudergang

Letzte Woche war es, da kam die Emma vorbei um ein wenig mit dem Toni abzuhängen. Klar das macht die ja fast jede Woche und ist so weit keine Überraschung mehr.Nun aber war das Kind nicht alleine. Ein Einhornpony war dabei und das auch nicht umsonst. Geheiratet werden sollte. Ich und das gehörnte Plüschtier waren einander versprochen worden. Was das Pony davon hielt kann ich nicht genau sagen, nur fühle ich ich einfach noch nicht bereit für die Ehe. Spezies und Materialübergreifende Zwangsehen sind ja auch so ein Thema. Da redet man nicht drüber, das gehört sich einfach nicht. Die Medien halten sich da komplett raus und ich stehe also alleine vor der fremd getroffenen Entscheidung. Da ich schon immer ein Rebell war, verweigere ich mich erst mal. Das wird von Emma natürlich nicht toleriert. Das Pony hat ja schließlich schon ein Kleid an, die Blumen werden auch verteilt und Schuhe angezogen, wie es sich gehört. Ich bin immer noch dagegen und als ich dann höre, dass das Huftier nicht mal bei mir wohnen soll, ist der Ofen komplett aus. Ich sage nein und finde endlich Gehör. Mit knapper Not entkomme ich dem Eheversprechen und das Pony unter den Tisch. Schade eigentlich. Könnte man sagen, macht aber keiner.

Ein anderer und auch schon am Abend. Wohnzimmerkonzert im Noch Besser Leben und Spaß ist was anderes. Die Bands sind ja ganz toll nur ist es das Publikum das nervt. Die erste Kapelle wird von zwei Hohlbroten begleitet die sich zwingend lauter unterhalten müssen, als die spielen. Was soll der Scheiß, merken die denn gar nichts. Wer geht denn zu einem Konzert um sich anzubrüllen. Mit dem Wischmob erzogen worden oder was? Bei der zweiten Band läuft es ein wenig anders. Die spielen nämlich lauter. Trotzdem schwappt immer wieder ein Desinteresse durch den Raum, dass sich so wohl nur im Bundestag wiederfinden lässt. Nochmal. Was soll das? Irgendwann ist dann auch Schluss und die Menschen können sich ohne die lästige Musik mit Worten zu kleistern. Damit der Nagel noch einen Kopf bekommt, erfahre ich auch noch, dass der Song der mir so gut gefallen hat, noch gar nicht aufgenommen ist und damit auch noch nicht zu erwerben. Der Weg nach Hause wird von einem alles scheiße Gedanken getragen.

Noch ein anderer Tag. Ich gehe meine Wäsche waschen. Das ist auch nicht von Originalität geprägt, hat aber ein neues und entscheidendes Kernelement. Die Waschmaschinen im Waschsaloon sind neu und ich weiß auch, dass man Salon mit einem o schreibt, ich mag aber den Wortwitz mit der altamerkinanischen Schenke. Die sind also neu und ich stehe auch gleich davor, als wäre ich alt. Ein Drehknopf und digitale Anzeigen. Sehr toll. Der Rest ist wie gewohnt und ich gebe dem Schrank mein Geld zu essen. Der schenkt mit Waschpulver und Zeit mit seinen Maschinen. Die nutze ich dann auch und stopfe meine schmuddelige Kleidung in den runden Schlund. Dann am Rad drehen, drauf drücken und los geht die wilde Fahrt. Das mach ich doch gleich noch mal weil Wäsche haben wir genug. Da ich zwei Programme für meine Wäsche wähle, dauert es auch unterschiedliche Minuten bis die beiden fertig sind. Sechs Minuten hat die eine Vorsprung und den hält sie auch ganz gut. Bis es dann auf die Zielgerade geht. Eine Minute zeigt die eine, 6 Minuten die andere. Fünf Minuten später zeigt die eine immer noch eine Minute und die andere dann auch. Ich bin verwundert und schon richtig besorgt, als die vormals Zweitplatzierte sich doch noch den Sieg sichert und mir meine Wäsche wieder gibt. Die andere Maschine schleudert immer noch und kommt mit einer gehörigen Verspätung ins Ziel. Da ich bin wie ich bin mache ich mir natürlich Gedanken. Die Lösung liegt dabei klar auf der Hand. Eine der Waschmaschine ist auch eine Zeitmaschine. Eine Waschzeitmaschine sozusagen. Alles andere wäre absurd und mit diesem Wissen trage ich meine saubere Wäsche nach hause. Am Nachmittag trinke ich noch Basilikumlimonade.


Ich find das schön.

Montag, 26. Oktober 2015

Planlos und die Tage zählt doch keiner

Also Leben tu ich noch, das ist mal klar. Wie lange steht allerdings in den Sternen. Meine Tour de Doctor hatte ihren vorläufigen Höhepunkt mit dem Begleitheft für ein Medikament das ich mir jetzt ein Weile in den Wanst werfen darf. Da gibt’s neben den üblichen Übelkeiten und möglichen Blutungen auch noch Selbstmord im Beipackzettel. Das kann man schon seltsam finden und ganz kurz denkt man einfach auch mal über Verweigerung nach, aber nicht mit mir.Ich zieh das jetzt durch und bin dann bald gesund. Obwohl ich ja jetzt nicht wirklich krank bin. Ist nur ein Problem was behoben wird, also keine Angst, dass ich sterben könnte und wenn dann waren es nur die Nebenwirkungen.
Der Rest der Tage war dann Amtskram und einkaufen um mein Studio noch ein wenig studioliger zu machen. Das sieht jetzt fast schon professionell aus. Da war ich extra noch mal bei Ikea um eines von den Regalen zu kaufen das ich erst gekauft hatte und Teddys. Ja ganz viele Teddys die jetzt in einer Kiste sitzen und warten bis sie zum Einsatz kommen. Ich stelle mir natürlich vor, dass die kleinen Plüschkollegen in der Nacht aus ihrer Kiste krabbeln und ganz viel lustigen Unsinn machen. Bonbons naschen, Filme gucken und den Hund vom Nachbarn grillen. Keine Ahnung wie Teddys so drauf sind. Ich denke mal krass.
Designers Open, gutes Stichwort. Da war ich nämlich. Am Freitag. Bin mit der Bahn hin gefahren und dann da rein und hab geguckt und gedacht. Hä was denn hier nicht los. Ich will ja nicht sagen, dass es schlecht war. Nur ist der Trend zum Weißraum bei einer Messe nicht sonderlich toll. Ein paar Stände mit fachlich gelangweilten Menschen dazwischen sahen gut aus, waren aber einfach zu wenig. Ich hab mir zwei Bücher gekauft. Ein ganz großes und ein fast ganz kleines und ein paar Zeitungen hab ich mir mitgenommen. Ich glaub die waren kostenlos. Wenn nicht hab ich mir ein paar Zeitungen geklaut. In der Stadt war dann noch eine Menge mehr los, was ich mit meiner Eintrittskarte hätte erleben können, doch alleine macht das keinen Spaß und Pläne planen ist auch nur so klappbar wie der Rest von denen die dabei sind. Hat also nicht ganz geklappt das Ganze und damit mein Wochenende auch auf die Couch verlagert. Weiß gar nicht mehr was ich da so gemacht habe. Bestimmt was mit Astrophysik. So wie ich mich kenne, hab ich wieder die Rätsel des Universums gelöst. Klar das klingt nach mir. Lebkuchen hab ich noch gegessen. Ich finde die auch jetzt schon lecker. Die mit Vollmilchschokolade sind echt gut. Meinen Teppich hab ich auch geputzt. Das hatte der auch nötig.
Heute war dann ja wieder Montag und da hab ich mal so richtig viel gemacht. Wäsche waschen zum Beispiel. Meine Bettdecke, also die für drinnen, nicht die Wäsche außen rum. Die hab ich mir damals gekauft, das war so ein Merchkram für die Fußball WM. Also die WM die bei uns war. Und die Bettdecke hab ich heute mal gewaschen. Das erste mal glaub ich. Langsam wundert mich nix mehr. Naja ich hab jetzt ja auch eine neue Decke und die ist voll flauschig und heißt auch Flauschi. Flauschi Decke die stumme Bettgenossin die immer oben liegt. Egal, es ist schon spät und ich muss mal noch was machen. Ein Schluck Wasser trinken zum Beispiel.

Frühstück von vorletzter Woche.

Samstag, 24. Oktober 2015

Laufen Teil 5

Ich stehe vor dem Spiegel und bin gespalten. Die schwule Seite in mir, hält es für eine Katastrophe die voll männliche Seite ruft von weiter hinten. „Wir sind ein Mann uns ist das egal.“ Der faule Teil von mir versucht die Situation zu nutzen und ruft immer mal aus dem Halbdunkeln. „Lasst uns doch einfach hier bleiben.“ Wie es beim Sport so üblich ist, geht es natürlich erst mal um die Klamotten. Schwarzer Pullover, schwarze Hose, schwarze Leggins und orangene Schuhe. Deren Orange so Orange ist, dass es so nur in der Seenotrettung zum Einsatz kommt und ich bin auch der Meinung, dass man mich bei guten Wetter vom Weltraum aus laufen sehen kann. Ich stelle mir dann einen Dialog vor zwischen Scott Kelly dem amerikanischen Kommandant der ISS und Sergei Wolkow vor.
„Da schau Sergei, der Toni läuft wieder.“
Und Sergei dann: „Halt dein Maul du Kapitalistenschwein.“
Egal, das geht mich nichts an. Ich laufe aller Kritiken zum trotz und brauche mir eigentlich keine Sorgen machen. Ist doch der modische Grundton hier irgendwo zwischen Pyjama und Neonreklame angesiedelt und da passe ich dann doch ganz gut rein.
Laufen also, ganz wichtig dabei ist das nicht verlaufen. Das mache ich in der letzten Zeit auch weniger und hierin der Natur passiert das ja auch seltener. In der Stadt kann ich da schon andere Beobachtungen machen. Da trifft man immer wieder auf verwirrte Menschen die der Länge ihrer Bärte und dem Stil Kleidung nach zu urteilen schon seit den Achtzigern hier herumirren. Hilfe wollen die aber auch nicht. Höchstens mal ne Club Mate.
Weiter geht’s mit mir. Das Wetter wird ja jetzt auch immer weniger warm und gerade früh kommen da schon Stellen die einem den Frost hinter die Ohren treiben. Ich lasse mich natürlich nicht aufhalten, treffe ein paar weiße Wanderer, grüße die Jungs von der Nachtwache und einer fragt mich nach dem Weg. „Du weeßt nüscht John Schnee.“ Sage ich und laufe weiter.
Auf so einer Laufung läuft man natürlich nicht allein und es begegnen einem auch andere Läufer unterschiedlichster Bauart. Da sind die jungen Frauen die immer in der Gruppe laufen, sich unterhalten und was für ihre Figur machen wollen. Eine von denen ist immer die dickste und damit können sich die beiden anderen schon mal besser fühlen.
Dann gibt’s da die Rentner die ich am meisten mag wenn sie mich nicht überholen. Und dann noch die voll fitten Typen die ganz schnell laufen und keinen grüßen. Sportskanone möchte man hinterher rufen und das ist dann nicht nett gemeint.
Irgendwann auf meiner Runde gibt es dann auch was zum gucken. Kurze Shorts die ich von weitem schon sehe, mit hübschen Beinen drinnen und ich freue mich auf den Rest der da mit läuft. Als der Rest dann näher kommt, erkenne ich graue Haare und einen Vollbart. Egal, ich bereue nichts.
Der Rest vom Laufen ist dann ereignislos. Ein Fuß vor den anderen und so weiter bis man da ist wo man vorher schon war und die verschwitzten Klamotten in der Wohnung verteilt. Das hält die Wölfe fern und gibt mir mal eben ein Gefühl von Leben. Das sage ich zumindest immer wenn jemand fragt.

Der kleine Turtle muss nicht laufen.