Sonntag, 28. Oktober 2018

Urlaub 18 Tag 1

Samstag

Ob das Wochenende wirklich schon zum Urlaub gehört ist eine Frage die die Menschheit schon seit Anbeginn der Zeit beschäftigt und auch ich bin nicht in der Lage eine abschließende Klärung herbei zu führen. Ich vertraue einfach auf mein Bauchgefühl und beginne schon am Samstag mit dem Urlaub. Wenn ich damit mal in die Geschichtsbücher kommen sollte, dann sicherlich zu Recht.

Samstag also, Urlaub auch noch und nichts weiter zu tun. Obwohl, stimmt nicht. Ich hab schon noch was zu tun, nur eben nicht genügend Lust dazu. Damit ich nicht ganz faulig in der Gegend liege, geht’s erst mal auf Nebeljagd, wegen Fotos machen. Nebel ist ja nicht sonderlich schnell und auch nicht besonders gut im Verstecke spielen, da ist es theoretisch auch nicht so schwer den dunstigen Dunst vor die Linse zu bekommen. Wenn der Nebel denn mal da wäre. Das ist nämlich was er super kann, nicht da sein. Damit ich nicht ganz so doof durch die Gegend gelatscht bin geht’s zum Aldi und erst mal Frühstück besorgt. Vanilledings, Kirschkissen und noch was, was eher in die Abteilung Kuchen gehört, wandert mit anderen lebenswichtigen Artikeln im Korb und dann bei mir zu hause. Gesund ist das nicht und trotzdem ein super Frühstück.

Nach dem Frühstück mache ich weiter damit New York von Plünderern und bösen Menschen zu befreien, wegen der Seuche und so. Das passiert natürlich nur auf der X-Box und ist sowohl frustrierend als auch fesselnd. Der Frust kommt weil mein Männchen so ungefähr drei bis vier Schüsse aushält und dann in sich zusammen fällt, während die Gegner gerne mal ein bis zwei Magazine in den lumpigen Leib gepumpt bekommen bis sie als besiegt gelten. Ich bin jetzt Stufe 5 und ich denke es wird noch eine ganze Weile dauern bis New York wieder zum Urlaub machen einlädt. (Wenn ich die ganze Woche das Spiel spiele, könnte ich sagen, ich hätte meinen Urlaub trotzdem dort verbracht. Wahnsinnig witzig, wie ich finde.)

Damit ich nicht nur rum sitze und Städte rette, geh ich noch mal zum Lidl und zu Netto. Das liegt jetzt weniger daran, dass ich dort was wichtiges kaufen müsste. Ich will eher meine 10.000 Schritte schaffen und verbinde das eben gleich mit sinnlosen Besorgungen. Weil das noch nicht ganz reicht, geht’s später noch mal in den Park um ein Foto zu machen.

Langsam wird es spät, meine Schritte sind vollzählig und ich habe noch einen Punkt auf meiner Liste. Rasieren. Weil ich wenigstens ein mal im Jahr den Flaum im Gesicht auf eine Kürze kriegen will, mache ich das heute. Der Kopf wird auch noch von den Flusen befreit und der finale Blick in der Spiegel lässt mich kurz erschaudern. Ich sehe aus wie ein vierzig Jähriger der aussieht wie ein zwölf Jähriger der echt komisch aussieht. Ich mache das Licht aus und verzichte die nächsten Tage auf nach draußen gehen.

Die Couch ist mein Freund und zusammen überlegen wir uns eine sinnvolle Abendgestaltung. Wir liegen einfach aufeinander schauen was es schönes im TV gibt. Nach 15 Minuten ist die Entscheidung gefallen und wir gucken Halloweentown auf Disney Channel. Das ist einer von den Filmen denen man schon vom weiten ansieht, dass da weder Geld noch Drehbuch zur Verfügung standen. Gute Laune macht das trotzdem, möglicherweise auch weil sonst nur noch schlimmeres geboten wird.
Ich gucke also den Film und mir fällt auf, dass ich Wäsche gewaschen habe und mein Bett noch neu beziehen muss. Das mache ich auch gleich und weil ich schon mal dabei bin, wird das ganze Bett noch umgestellt. Ich will nicht ins Detail gehen, nur so viel. Ich brauche ungefähr eine halbe Stunde und zweifle wohl zu Recht an meiner geistigen Gesundheit.

Nach meiner Aktion gucke ich Halloweentown zu ende und freue mich schon auf teil zwei der Sonntag Abend läuft. Der Kürbis der zum Zahnarzt geht war dann doch ganz cool.

Im neu gestellten Bett gucke ich noch kurz Daredevil und Batman Ninja und finde erst mal alles gut wie es ist. 

 Die Keksdose hab ich auch noch benutzt.


Sonntag, 16. September 2018

Sweet 38 und sieben

Es ist morgen und früh und ich im Bett. Das ist normal. Dann, Bumm Zack Augen auf und ein Jahr ist rum. Das ging natürlich nicht so schnell wie hier beschrieben und hat sich ja die letzten 365 Tage angekündigt. Nun ist eben Tradition das so ein Lebensjahr nur an einem Tag seine Zahl wechselt und damit ist man eben an dem Tag ein Jahr älter.
So weit so gut wie der Zieleinläufer sagt und weil sich das so gehört, habe ich auch einen schönen Tag. Ich esse so viel Kuchen bis mir schlecht wird, ich spiele Xbox und ich kaufe mir die schon so lange gewünschten Hulk-Hände. Na gut, das mache ich eigentlich erst am nächsten Tag, das weiß aber keiner.
Als kleines Geschenk für mich gibt’s noch ein langes Wochenende. Das geht schon am Donnerstag los und da geh ich mal wieder gegen das Alter laufen und verspreche mir mich in Zukunft gesünder zu ernähren. Das klappt schon am Nachmittag nicht mehr.
Der Rest vom Donnerstag ist noch ein bisschen Arbeit. Zuerst geht’s um Internet und Holz. Später um ein Buch. Mein Buch genauer gesagt und mit dem M suche ich nach Verlagen die Lust haben könnten aus meinen Worten ein Buch zu machen und das auch noch bei den Buchhändlern in die Regale zu packen. Verlage zu finden ist so schwer nicht, heraus zu bekommen wie man denen mit seinem Werk auf den Keks geht ist dagegen schon eine eigene Wissenschaft. Am Ende finden wir sieben und gucken noch ES. Das gehst wieder um den fiesen Clown der ein Stadt frisst und mit Blut durch die Gegend wirft. Ob mir der neue Film jetzt wirklich besser gefällt weiß ich noch nicht genau, was ja nur an meinem neuen Alter liegen kann. Ich muss ja wirklich langsam anfangen alles neue abzulehnen und früher alles besser finden. Die neue Turtles Serie von Nickelodeon zum Beispiel kann ich so gar nicht leiden. Die kommt zwar erst noch, aber die alte Serie fand ich viel besser.
Freitag gehe ich nicht laufen, ich gehe zum Copyshop. Da drucke ich Anschreiben, Exposés, Leseproben und ein Manuskript aus um es an die sieben Verlage zu schicken. Ich tüte alles ein, benutze Adressaufkleber und fühle mich wieder alt.
Als ich aus dem Postamt komme bin ich gar nicht so aufgeregt wie man es sein könnte. Zehn bis zwölf Wochen soll es dauern bis sich die interessierten Buchrausbringer melden und ich könnte also dieses Jahr mit einer guten Nachricht unter dem Weihnachtsbaum sitzen. Ich muss sagen, jetzt kribbelst doch ein bisschen. Bleiben wir gespannt.
Am Samstag ist Batmantag in der Comic Combo und da muss ich natürlich hingehen. Zuerst suche ich ein Comic, das mit Batman nur ein bisschen zu tun hat. Justice League und Power Rangers, eine Mischung von der ich noch nicht weiß ob sie mich alt aussehen lässt oder total crazy. Zuerst mal sah ich doof aus, weil ich das Heft, obwohl es direkt vor meiner Nase lag, nicht finden konnte. Konnte das Mädel vom Shop aber auch nicht, also quit. Danach spiele ich Spiele bei denen es um Batman geht. Zuerst muss ich Charaktere zuordnen. Ihren Namen. Ich kenne nur die Hälfte. Immer noch mehr als Ihr also hört auf zu lachen. Dann muss ich Fragen beantworten und schaffe das auch gerade so, aber ich schaffe es. Die letzte Aufgabe ist dann so ein Psychotest wie man ihn früher (ja lange her) in der Bravo gemacht hat. Ich beantworte die Fragen nach bestem Wissen und Gewissen und erfahre, dass ich Alfred Pennyworth bin. Für die Unkundigen unter Euch, das ist der Butler. Der ist so tausend Jahre als und eben alt, saucool auch noch aber alt. Ich bin nicht überrascht.
Bevor ich mit D und A ins Kino gehe, gucke ich noch mal in dem ein oder anderen Laden vorbei. In der EMP-Resterampe hole ich mir ein Turtles T-Shirt, ein Star Wars T-Shirt und ein Funko Pop von dem Mädchen aus dem neuen ES. Der Film den wir im Kino gucken verwirrt mich und auf dem Weg nach Hause lässt mich mein Ipod ein Lied hören, dass ich gar nicht kenne, das aber super passt und gleich gemocht wird. Nach einer Weile suchen finde ich heraus, dass der Song aus einer Werbung der Techniker Krankenkasse ist. Ohne noch mal mit dem Kopf zu schütteln ergebe ich mich meinem Schicksal. Ich gucke wo ich ein paar Enkel herkriege und fange ab Morgen an die Leute vom Fenster aus zu beschimpfen.

Da war ich auch, hat aber nix mit dem Text zu tun.


Montag, 13. August 2018

You got 99 Problems back to School

DSGVO – vier Buchstaben die zu fünft sind und die eine Bedeutung haben. Datenschutzgrundsatzverordnung ist das Zauberwort und diese Geschichte ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Und ähnlich wie bei Damenhygiene weiß ich jetzt mehr darüber als ich vorher noch gedacht habe.

Irgendwann am Anfang des Jahres. Das Gespenst Datenschutz geistert durch das Netz und macht allen Angst. Natürlich nicht allen, das wäre übertrieben. Es fühlt sich nur so an und weil mal wieder kaum einer Ahnung hat, gibt’s dann auch so viele Meinungen zu lesen wie Krümel im Bett, wenn man ganz vorsichtig Kekse gegessen hat.Den einen ist es egal, die anderen wollen zu den Waffen greifen und irgendwer hat seine Heizung geheiratet. Ich selber gerate nur ein bisschen in Panik und versuche mich auf dem laufenden zu halten. Das funktioniert natürlich nur so halb und damit gar nicht.

Die Zeit zeiht ins Land und es kommt wie es kommen muss. Wir brauchen einen Datenschutzbeauftragten und weil ich ja ohnehin das mit den Internetseiten mache, kann ich das auch gleich dazu tun. Damit ich weiß was ich veranstalte darf ich auch zu einem Lehrgang und habe richtig viel Zeit mich darauf zu freuen. So richtig ausmalen was mich da erwartet kann ich mir eigentlich nicht. Ich weiß noch früher, als ich nächtelang wach lag und mir anstehende Erlebnisse in Gedanken ausgemalt habe, bis die Farbe alle war. Wie sieht Österreich im Urlaub aus? Gibt es Dinosaurier auf Norderney? Steht mir die Uniform? Alles Fragen die gestellt wurden und deren Antwort immer wieder so war wie sie immer sind, langweilig. Mag sein, dass das der Grund ist warum ich mir so gar keine Gedanken gemacht habe was da auf mich zu kommt. Muss halt – war der Konsens den keiner von mir anzweifeln wollte.

Irgendwann ging es dann los und ich war dabei, hier die Geschichte in vier Akten.

Tag 1:
Ich steige in die Bahn und fahre in die neue Welt die mich von nun an in ihren Bann ziehen soll. Eine Woche und noch einen Montag und einen Abend. Suchen muss ich nicht viel und eine Überraschung gibt es auch. Ich lese den Namen eines längst vergangenen Freundes auf den Namensschildchen und freue mich ein bisschen. Zu zweit ist man weniger einer und der Unterricht nicht ganz so wie Unterricht. Der geht schon mal los mit Dingen die uns einführen sollen und so spannend gar nicht sind. Ich will eigentlich gar nicht wissen wer welches Gesetz macht. Der Tag geht nach ca. drei Tagen zu ende und ich darf noch mal auf Arbeit. Abends bin ich zu hause und fühle mich auch so.

Der Smoothie – Zwischenfall:
Es ist der zweite Tag, glaub ich und weil ich gesund leben will, gibt es zum Frühstück einen Smoothie mit zweierlei Obst. Eine Banane und einen Apfel. Im Unterricht merke ich, das funktioniert nicht. Apfel und Birne scheinen ein ungeklärtes Problem zu haben und da unten auf engstem Raum ist der Konflikt natürlich vorprogrammiert. Was genau die austragen weiß ich natürlich nicht, zu spüren bekomme ich es trotzdem. Ein Gefühl von quer durch den Raum kotzen und unter den Tisch rutschen begleitet mich durch den Vormittag. Das macht keinen Spaß. Der Tag geht doch irgendwann vorbei und ich nach Hause.

Die anderen Tage:
Die gehen auch vorbei und werden tatsächlich immer kürzer. Das Thema ist immer noch DSGVO und auch wenn es Dinge auf unserem Planeten gibt, die mich mehr interessieren, habe ich langsam eine Ahnung von dem was der Mann an der Tafel mir erzählen will.

Von wegen Ahnung:
Es ist schon eine Weile her, dass ich das letzte mal einen Test geschrieben habe. Ich will das auch gar nicht. Ich will nur nach hause und Datenschützer sein. Daraus wird nichts. Vormittag noch mal so Sachen durchgeredet und dann geht’s auch schon los. Hie Papier für zum drauf schreiben. Hier Papier mit So Fragen und Aufgaben. Hier so ein Typ der zwei Stunden lang die Handschrift eines Höhlenmenschen kopiert und auch die Kompetenz des Prähistoriers im Bezug auf die DSGVO und ihre 99 Artikel sein eigen nennt. Ich habe keine Ahnung.

Die Stunden zwischen dem Ende des Tests und jetzt liege ich auf der Couch, schlafe völlig fertig ein und kaufe mir einen Song von Jay-Z und warte auf Regen. Morgen geht dann der Alltag weiter, nur mit warten auf den Tag der Ergebnisse. Da wird es peinlich oder einen neuen Titel für mich geben. Wenn ich bestehe werde ich mir selber ein Zertifikat ausstellen:

Datenschutzbeauftragter of the Universe

das hab ich mir dann auch verdient.

Sonntag, 15. Juli 2018

How to kill a Sonnenblume

Talent haben ist ja so eine Sache. Eine Sache die man ganz simpel runter brechen kann wenn man das will. Man hat Talent oder man hat keins. Das geht und ist für Leute mit einem Talent für nicht viel drüber nachdenken schon eine feine Geschichte. Wer nicht so ist macht es sich eben ein wenig komplizierter. Da gibt es schon mehr Möglichkeiten und da will ich einfach mal welche aufzählen.

  1. Man hat Talent und das wird auch entdeckt und gefördert. Fußballer zum Beispiel. Die zeigen das ja auch gerade und wer da zum Schluss das goldene Dingsi in der Hand hält ist mit einem entdeckten Talent gefördert worden, dass sich die Balken biegen.

  1. Man hat ein Talent und das wird nicht entdeckt. Gut möglich, dass ich ein Talent für die Strickliesel habe oder Feinmechanik. Was könnte aus mir werden? Stricklieselfacharbeiter oder Roboterdoktor. Wir werden es nie erfahren.

  1. Du hast ein Talent und keinen interessiert es. Ist ein bisschen wie Punkt zwei nur eben noch einen Schritt weiter weg vom nicht entdeckt werden. Zum Beispiel Müll raus bringen. Irgendwo muss es jemanden geben der daran Spaß hat und der das einfach so gut macht, dass er es besser macht als alle anderen. Nur interessiert sich die Menschheit nicht dafür und statt Müll raus bringen olympisch zu machen gucken wir immer noch Bodenturnen.

  1. Du hast ein Talent, du weißt davon, hast aber keinen Bock drauf. Da könnte ich jetzt wieder zum Fußball gucken und erklären wer da nichts draus gemacht hat. Mach ich aber nicht, weil mir das auf den Zeiger geht. Wir wissen doch mittlerweile alle wer daran Schuld ist, ich denke trotzdem, dass Marokko ganz gut gespielt hat.

Haben wir also geklärt wie das mit dem Talent ist wenn man so eins hat. Was noch dazu kommt ist die Abwesenheit eines bestimmten Talents und das ignorieren dieser Tatsache. So bei mir und der Natur die ich mir regelmäßig in das Fenster packe. Kleine Blumen, kleine Bäume und echt kleine Kakteen. Die kommen mal von Ikea, mal als Geschenk und ganz oft vom Lidl. Und so unterschiedlich deren Herkunft so unterschiedlich auch der typische Werdegang der Pflanze.

Drei Möglichkeiten gibt es.

  1. Du bist ein kleiner Baum aka Palmendingsi. Dann hast du grüne Blätter die in einer gewissen Regelmäßigkeit an Spannkraft und Farbe verlieren. Ist nicht weiter schlimm und hat bis jetzt noch nicht zu kahlen Stellen geführt.

  1. Du bist die Kakteen und weigerst dich zwar zu wachsen bist allerdings noch einer Zweiergruppe auf ein Team aus Vier gewachsen und könntest eigentlich A-Team genannt werden. Weitere Vorschläge bitte in die Kommentare.

  1. Du bist alles andere und deine Tage sind gezählt wenn du über meine Türschwelle getragen wirst.

Es ist ja nicht so, als würde ich meine alles andere Pflanzen nicht gerne haben und ihnen das Wasser verweigern. Sie machen einfach nicht das was sie tun sollen. Sie werden einfach so klein und braun und liegen als Einzelteile um ihren Topf herum. Das macht mich traurig. Trotzdem gebe ich nicht auf. Habe ich doch so kleine Sonnenblumen beim Rewe gesehen und mich dann nach längerem Grübeln für eine von denen entschieden. Natürlich nehme ich gleich die mit, die am wenigsten nach hübsch aussieht und die meiste Pflege benötigt. Was das von mir sollte weiß ich auch nicht. Mit Blick auf meine Historie im floralen Sektor ist es ja schon fast als doof zu bezeichnen wenn gerade ich glaube die Pflanze mit nehmen zu müssen die Hilfe braucht. Da kannst du auch den Hulk einen Meditationskurs leiten lassen.

Ich bleib natürlich trotzdem tapfer und hab die Blume erst mal an die frische Luft gestellt um mir die Hilfe der Sonne zu holen. Hinter den Jalousien ist möglicherweise nicht der beste Platz für eine Lebensform die sich durch Photosynthese ernährt.


Wir reden nicht mehr viel, aber da draußen ist es besser für sie.



Mittwoch, 16. Mai 2018

Warum ich Brad Pitt bin

Ich sitze hier und schlürfe gerade meinen Kopfentspannungstee. Der ist lecker und macht mich glauben, ich bin entspannt. Nach was er schmeckt und warum er mich entspannt weiß ich nicht. Wahrscheinlich sind es die ausgewählten, handgezupften Kräuter aus einer entlegenen Bergregion die mit größter Sorgfalt getrocknet und dann in kleine Seidenbeutel gepackt wurden um mir das perfekte Teeerlebnis zu verschaffen. Noch wahrscheinlicher sind das einfach nur die Reste die in keinen anderen Tee mehr rein passen und sich in der Teehalle unter den Fließbändern ansammeln. Quasi die Leberwurst der Teebranche.
Ich sitze also hier und schlürfe meine Leberwurst als mir ein Gedanke kommt. Vorhin als ich mal kurz aufgestanden bin hat meine Ferse weh getan und noch mehr vorhin, könnte auch Gestern gewesen sein, habe ich noch ein Stück von dem Film Troja gesehen. Da geht es um so Sachen und Achilles, von Brad Pitt gespielt, dem auch irgendwann seine Ferse weh tut. Da musste ich nur eins und eins zusammen zählen und mir war klar, ich bin Brad Pitt. Sich wird es jetzt wieder einige Menschen geben die mit Argumenten kommen und beweisen wollen, dass das nicht so ist. Denen höre ich aber nicht zu. Ich bin nämlich Brad Pitt und habe das nicht nötig.

Anderes Thema, die Nasspappen von Fox wollten doch unlängst die Serie Brooklyn Nine Nine absetzen. Ist denn das zu glauben, ich hab das denen doch gar nicht gesagt. Was soll denn das? Macht hier jetzt jeder was er will? Werd ich überhaupt noch gefragt? Ich reg mich da ja nicht auf, ich hab das nicht nötig, ich bin nämlich Brad Pitt. Frech finde ich das trotzdem. Ist ja auch nicht die einzige Serie die sie aus dem Programm werfen. Die anderen fallen mir nur gerade nicht ein. Wie blöd das war, merkten die eventuell später als sich Netflix und andere Sender dann um Brooklyn Nine Nine kloppten und schon am nächsten Tag ein neuer Sender diese TV Perle zu sich geholt hat. Da muss man doch merken, dass man was nicht ganz durchdacht hat. Das werden vielleicht später noch. Im Gegenzug wollen die doch Last Man Standing aus dem Keller wieder hoch wühlen. Eine blöde Sitcom mit dem Tool Time Tim in der sich der Pfosten die ganze Zeit über Grüne, Linke und irgendwie alle lustig machen darf die nicht Trump gewählt haben.

Ich hab Fernsehen ja noch nie so richtig verstanden. Jeder kommt ja mal in das Alter wo er denkt, dass alles voll blöde ist und früher alles besser war. Beim genauen betrachten ändert sich das. Damals zum Anfang der Neunziger gab es eine Show die neben Rudi Carrell eine gelbe Hand zum Protagonisten hatte und uns beibringen sollte, dass wir jetzt eine fünfstellige Postleitzahl haben. Geguckt haben wir das natürlich trotzdem. He-Man hab ich auch noch gerne geguckt, sogar den neuen, den später dann keiner leiden konnte. Ich fand den super und hab sogar ein mal Sommerferien damit verbracht alle Folgen zu schauen. Warum gibt’s den eigentlich nicht bei Netflix. Ich muss da mal anrufen, die werden sicher auf mich hören, ich bin nämlich Brad Pitt.

Andres Thema, fällt mir gerade nicht ein. Es ist 19:31 Uhr und ich schlürfe schon wieder meine Leberwurst. Ich muss dazu sagen, dass zwischen den ersten Zeilen da oben und denen hier ein paar Tage vergangen sind. Hatte auch noch was anderes zu tun, ich bin nämlich sehr beschäftigt. Mit tätowieren lassen zu Beispiel. Die Heiligtümer des Todes sind jetzt in meinen Rücken gemalt und es hat fast nur ganz wenig nicht weh getan. Ich hab jedenfalls nicht geweint. Warum ich das genacht habe, kann sich jeder selber ausdenken, die beste Idee gewinnt eine gruselige Ente mit Schokodingsis. Und dann hab ich noch ganz viel anderes gemacht was voll toll war. Könnte ich jetzt sagen, aber das wäre gelogen. Lügen hab ich aber nicht nötig, ich bin nämlich Brad Pitt.

Eigentlich ist die Ente ganz lieb, aber sie blinzelt nie.

Montag, 14. Mai 2018

12 Points for Germany, Gratis Literatur für mich

Ich könnte hier erzählen, was ich am Männertag gemacht habe. Das würde aber nicht zum Titel passen und schon gar nicht zu mir. Der Männertag, obwohl das passende Genital vorhanden, ist mir egal. Sollen sie doch mit Durst und Fahrrad über die Lande streifen und sich benehmen wie nicht gescheit. Ich mache das nicht mit. Ich bleibe auf meiner Couch.

Statt dessen konzentrieren wir uns mal auf den Samstag. Der hat nämlich ganz andere Unternehmungen für mich parat und da sage ich natürlich nicht nein.

Früh:
Es ist gegen 6 und ich stehe auf. Dass es diese Uhrzeit am Wochenende überhaupt gibt ist für viele Menschen noch ein Geheimnis und warum man um diese Uhrzeit am Wochenende freiwillig das Bett verlassen muss ist auch nur schwer zu vermitteln. „Ich wollte Fotos machen.“ ist dabei sicher der Wahrheit entsprechend sorgt aber noch lange nicht für Antworten.
Ich erkläre es kurz: Um diese Uhrzeit ist die Sonne hier unten besonders schön zu sehen. Gerade auf Waldwegen wo es nur einzelne Sonnenstrahlen bis zum Boden schaffen gibt es sehr schöne Motive die es lohnt mit der Kamera fest zu halten. Für mich immer ein Grund das Bett hinter mir zu lassen.
Ich stehe als auf, mache mich fertig und gehe nach draußen um die schönen Sonnenstrahlen für die Nachwelt fest zu halten. Blöd nur wenn die Sonne noch hinter der Wolke wohnt und die Wolke ganz doll groß ist. Der Fachmann sagt dazu bedeckt und das bin ich dann auch. Ist natürlich nur eine Metapher, kann sich jeder selber aussuchen für was.

Immer noch früh:
Ein paar Fotos hab ich gemacht und jetzt geh ich erst mal einkaufen. Ab in den Laden der nicht ganz um die Ecke ist und immer ganz günstige Sachen hat die ich nur zur Hälfte brauche. Ich kaufe Was auf mein Brötchen und Chips. Die Chips werden später noch eine größere Rolle spielen. Mehr gibt es zum Einkauf nicht zu sagen. Das ist eben so. Der Leser kann sich jetzt sogar fragen, warum ich das Thema überhaupt angefangen habe und die Frage ist sogar berechtigt. Was soll der Scheiß du Vogel? Hast du zu viele Buchstaben oder was?

Vormittag:
Der H von G und sein Kind nehmen mich mit. Nicht irgendwo hin, nein es geht zur Comic Combo. Da ist Gratis Comic Tag und den verpasse ich ja nie.
Das Kind klingelt also bei mir und sagt Bescheid, dass es los geht. Ich geh noch mal Pipi machen und schon sind wir unterwegs. Das Kind erwähnt noch mal, dass wir zu den Comics fahren. Nur damit auch allen klar ist was hier läuft. Als wir ankommen, schon der erste Schock. Da stehen Menschen. Die stehen draußen und bilden eine Schlange. Die Schlange schlängelt sich bis zur Tür, macht dort eine Pause und geht dann oben weiter. Weil wir keine andere Wahl haben, machen wir mit bei der Schlange und blockieren erst mal eine Einfahrt. Damit nichts eskaliert sind auch Sturmtruppler da und lassen Fotos mit sich machen. Damit jeder weiß was er bestellen kann steht ein Robin neben der Schlange und verteilt noch mal die kleinen Heftchen die zeigen was es heute zu holen gibt. So ein Ding hatte ich schon vor einer ganzen Weile und meine Auswahl schon längst getroffen. Weil ich bin wie ich bin ist die natürlich weg und ich stehe vor der Tür mit dem Ding in der Hand und weiß nicht was ich will. Nur ein Comic hat sich bei mir eingebrannt. Das war eine Empfehlung von den Nerdzig Leuten, ich glaube die sind an allem Schuld.
Als ich dran bin weiß ich was ich will und nehme das auch. Eine Empfehlung gibts auch noch auf die Hand und noch mehr Comics von damals und eine Maske und eine Postkarte. Damit ist natürlich noch lange nicht gut. Bestellt hatte ich nämlich auch noch. Comics um genau zu sein. Die will ich auch gleich mitnehmen und werde erst mal enttäuscht. Die sind nur zum Teil da und ich nehme erst mal nur zum Teil was mit und noch was anderes. Als ich den Laden verlasse bin ich glücklich und freue mich auf spannende Leseabende unter meiner Decke.

Abend:
Klar der Zeitsprung ist jetzt schon ein bisschen krass. Ist aber auch nichts weiter passiert. Ich hab nur kurz Fußball gehört, auf dem Fernseher. Dann noch mal Sportschau geguckt und mir die Haare geschnitten.
Kurz vor gegen ca neun rum bin ich dann zu Familie S gegangen. Da gucken wir, wie schon in den letzten Jahren, den ESC und nehmen das nicht halb so ernst wie die Schöneberger. Hierbei kommen auch meine Chips zum Einsatz. Das sind ganz besondere. Eine Limited Edition. Holländische Majo mit Senfgeschmack oder so. So wie sich das anhört schmecken die auch. Kann jetzt jeder wieder seine eigenen Gedanken zu machen wie das zu verstehen ist.
Zuerst gibt es mal Smoothies. Nicht den Kram mit Grün und gesund. Hatte ich ja letztens gemacht. Feldsalat in den Mixer, Wasser hinterher und Knopf gedrückt. Das hat geschmeckt wie am Garten lecken. Ganz furchtbar. Da will ich auch gar keine Interpretation zulassen. Das war nix, also wirklich nix. Gib das deinem Kind und der oder die wird nie wieder was grünes essen und dich hassen, einfach weil du da bist.
Es gab also Smoothies, die waren aus Eis und Beeren glaub ich und voll lecker.
Im Fernsehen war es eher nicht so toll, da haben die öffentlich Rechtlichen noch das Vorprogramm zum eigentlichen Event gestaltet und mal wieder keine Ahnung gehabt was der Mensch auf meinem Platz eigentlich sehen will. Die Schöneberger in ihrem Moosgummikleid war da wie immer bemüht, aber nicht sehr witzig und warum die auch noch singen nachmachen musste, weiß ich wirklich nicht. Wenn schon Playback, dann wenigstens üben.
Der eigentliche Event hat dann noch schlimmer begonnen. Wo die Schöneberger noch mit ihrer eigen Sympathie glänzen kann, müssen die Damen am Austragungsort mit komisch gemalten Dekolletés auffallen und ganz furchtbar steif daher kommen.
Der Teil mit der Musik war mal wieder alles was der ESC so kann. Von ganz ganz schlimm bis eigentlich ok war so einiges dabei und ich frage mich immer wieder wie weit der Begriff cool so gedehnt werden kann.
Die Auswertung war natürlich wieder voll mit „War ja klar“ und „Das ist reine Politik“ oder auch „Das hätte ich nicht gedacht“. Und was soll ich sagen. Die dicke Björk hat gewonnen und ich habe da kein Verständnis für. Das Lied war ja nur schwer als solches zu erkennen und hatte so gar nichts was mich dazu bewegen könnte das noch mal zu hören. Österreich war schon besser. Nächstes Jahr werde ich da auch mal mit machen. Ich werde Tierstimmen nachmachen und Eimer ins Publikum werfen, den Song nenne ich dann Freedom for Everybody und hab das Ding schon so gut wie gewonnen.

Dienstag, 1. Mai 2018

Wir essen und essen und essen und dann retten wir die Welt



Zebra, Krokodil, Hai, Regenbogenfisch und Frosch ganz aus der Nähe. Was sich erst mal anhört wie ein Besuch im Zoo wird schon in der nächsten Zeile eine fiese Wendung nehmen und ist nichts für Vegetarier. Wir waren essen und die fünf Tiere vom Textanfang gab es dort gut gekühlt zum auf den Teller packen. Weil ich eben bin wie ich bin gehört eine gewisse Neugier dazu und damit alles auf den Teller was ich noch nicht im Mund hatte.

Los geht es mit vor dem Laden stehen und warten bis alle da sind. Weil wir schon groß sind, haben wir reserviert und müssen nur ein bisschen in einer Schlange stehen. An der Kasse gibt es kleine Tüten mit Skittles. Das braucht keinen Nebensatz, das ist einfach so toll.
Vom Eingang werden wir dann in die Hallen des Fressens geleitet. Da steht alles mögliche was der Mensch sich als Nahrung erdacht hat und wartet nur darauf von uns auf Teller gepackt zu werden damit wir es zu unseren Plätzen bringen und gierig in unsere Leiber schaufeln.

Ich könnte jetzt noch eine ganze Weile beschreiben wie man in einem Restaurant sitzt und isst. Das will ich aber nicht. Ich komme lieber gleich zum Punkt. Ich habe ganz viel gegessen und ich habe etwas gelernt. Wer Froschschenkel für eine Delikatesse hält der hat sie nicht mehr alle. Das schmeckt wie Hühnchen und macht nicht satt. Auch die anderen Exoten die ich eingangs erwähnte sind nicht auf meiner Liste von Tieren die man unbedingt in sich rein hauen muss. Ansonsten war es einfach der Hammer. Ich habe Sushi gegessen wie blöde, Morcheln und Seetangsalat, ein kleines Stück Kartoffel und noch mehr was ich nicht mehr weiß. Ganz nebenbei haben wir die Urkalorie entdeckt. Sie ist weiß und schmeckt wie der Kuss einer Buttercremetortenfrau oder eines Buttercremetortenman, ganz nach belieben. Das Ding ist auch ganz krass am Stoffwechsel vorbei ab an die Hüfte und will da nicht mehr weg.
Zum Schluss ist mein Hemd eingelaufen und mein Gürtel auch. Ob wir da noch mal hingehen ist natürlich keine Frage, nur werden wir diesmal mit einem Plan in die Schlacht ziehen.

Abends sind der P und ich noch ins Kino um den neuen Avengers zu gucken. Der ist der Hammer und sollte im Unterricht ab der siebten Klasse laufen, in welchem Fach ist mir egal. Müssten ohnehin mehrere sein, weil der Film ungefähr einen halben Tag geht und ich danach ganz dolle müde war. Warum ich mir während er Vorstellung noch zwei große Bountyriegel und ein Oreoeis rein drängeln konnte, wird man wohl erst in der Zukunft klären können.

Wer jetzt noch wissen will, wie weit ich mit meinem Buch bin und was ich sonst so erzähle wenn eine Kamera läuft, der kann sich noch das Video angucken.


Hier gibts noch ein paar Bilder mit neckischen Kommentaren von mir, aber erst das Video gucken.

Hier sehen wir Sushi, Algen und Morcheln.
Die Morcheln schmecken komisch.

Ein bisschen Nachtisch, die weiße Murmel ist ein Urkalorie.


 So sah unser Tisch aus. Furchtbar.

Meerestiere, die schlafen nur.